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Personalia: Moorbad Harbachs Bürgermeisterin zieht in den Landtag ein

3.2.2016 - Margit Göll ist in jeder Hinsicht eine politische Persönlichkeit: Seit 2010 die erste Bürgermeisterin der Gemeinde Moorbad Harbach, Obfrau des Gemeindebundes der ÖVP im Bezirk Gmünd, Bezirksleiterin von "Wir Niederösterreicherinnen-ÖVP-Frauen" - und nun, seit 28. Jänner 2016, niederösterreichische Landtagsabgeordnete.

Eine laute "Stimme für's Waldviertel"

Die 51-jährige Niederösterreicherin folgte als Mandatarin Johann Hofbauer (66) in den Landtag, der sich nach fast 23 Jahren aus seinem politischen Amt verabschiedete. Göll ist seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik tätig. 2003 wurde sie politisch in ihrer 700-Einwohner Gemeinde aktiv, seit 2005 setzt sie sich als Gemeinderätin für ihre Mitbürger ein. Nun geht sie den nächsten Schritt in die gemeindeübergreifende Politik. "Was sich jetzt ändert, ist, dass ich großräumiger denke. Davor habe ich mich vor allem um meine Gemeinde gekümmert. Jetzt bin ich für den ganzen Bezirk Gmünd zuständig."

Für ihre neue Aufgabe als "Stimme für's Waldviertel" hat sie bereits viele Pläne. Insbesondere das Thema Bildung ist ihr ein Anliegen, für welches sie im Ausschuss auch zuständig sein wird. "Ich möchte bereits in der ersten Stufe beim Kindergarten ansetzen. Durch die vielen Flüchtlingskinder, die nun zu uns kommen, ist das Erlernen von Sprache der erste wichtige Schritt zur Integration. Auch Dolmetscher und Psychologen und Psychologinnen, die in verschiedenen Lebenssituationen helfen, sind wichtig. Dafür braucht es Ressourcen", erklärt Göll. Sie selbst war 22 Jahre als Kinderpädagogin tätig und ab 2015 Kindergarteninspektorin für die Bezirke Gmünd, Zwettl und Waidhofen.

Politik mit Weitblick

Für die Gemeinden im Bezirk Gmünd haben aus ihrer Sicht auch die Themen Gesundheit und Infrastruktur hohe Priorität. Der Gesundheitsstandort soll erhalten und modernisiert werden. "Die Lebens- und Wohnqualität ist im Waldviertel sehr hoch, und die Infrastruktur ist gut. Aber es braucht noch eine Verbesserung der Verkehrsanbindungen, auf Schiene und Straße." Denn viele Menschen pendeln für die Arbeit nach St. Pölten, Wien oder Linz.

Die neue Abgeordnete will Politik mit Weitblick betreiben. Für die Zukunft der Gemeinden sei es auch ein wichtiges Ziel, Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen, um die Menschen in den Gemeinden zu halten, insbesondere die Jugend. "Es gibt schon jetzt viele Studien zur 'neuen Arbeitswelt 4.0', die technisierter sein wird. Da ist das Thema Arbeit von zu Hause sehr groß und eine Chance. Beispielsweise ist es eine große Erleichterung, wenn man nur noch zwei Tage in der Woche pendeln muss."

In diesem Zusammenhang ist für Göll der flächendeckende Ausbau von Breitband-Internet ein Um-und-Auf. Bessere Möglichkeiten für Arbeit von zu Hause sei zudem eine Möglichkeit für Frauen, Familie und Beruf besser vereinen zu können, denn auch das sei ihr ein großes Anliegen.

Motiviert an die neue Arbeit

Für sie selbst bedeutet der Einzug in den Landtag, dass sie ihren Beruf als Kindergarteninspektorin aufgeben muss. "Natürlich werde ich meine Arbeit vermissen", meint Göll, "so wie es ein schwerer Schritt war, im letzten Jahr meine Arbeit als Kindergartenleiterin aufzugeben, als ich Inspektorin geworden bin. Aber ich bin ja weiterhin sehr engagiert in meiner Gemeinde und werde die Kinder besuchen." Trotzdem tritt sie nun mit Begeisterung an die neuen Herausforderungen heran. "Ich freue mich auf jeden Fall auf meine neuen Aufgaben - vor allem in der Bildung und der Aus- und Weiterbildung, damit die Jugend Chancen für die Zukunft hat."



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