Wohnen am Land wird immer beliebter

Die Menschen wollen zurück ins Grüne: Während der Coronakrise ist die Nachfrage nach Einfamilienhäusern in Österreich stark gestiegen. Das spiegelt sich auch in den Immobilienpreisen wider.

Die Preise für Wohnimmobilien schießen seit der Coronakrise deutlich nach oben. Besonders Einfamilienhäuser sind teurer geworden. Im zweiten Quartal 2020 stiegen die Preise für Wohnimmobilien in den Bundesländern im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 Prozent. Bei Einfamilienhäusern gab es eine Preissteigerung um 10,6 Prozent.

Corona befeuert Trend zum Wohnen im Grünen

Grund für die plötzliche Preissteigerung ist die verstärkte Nachfrage. Ein neuer Trend zeichnet sich ab: Homeoffice, Social Distancing und Lockdown-Erfahrungen könnten den Wunsch vieler Österreicherinnen und Österreicher nach einem Eigenheim im Grünen verstärkt haben. Aber auch neue Eigentumswohnungen sind mehr gefragt als zuvor.

Regionen rund um Wien sehr beliebt

Auch die Immobilienwebseite „Findmyhome.at“ hat durch die Coronakrise Veränderungen bei den Wohnvorlieben festgestellt: Wohnobjekte in Randbezirken und ländlichen Gegenden werden um ganze 35 Prozent häufiger angefragt als im Vorjahr.

Speziell die Regionen rund um die Bundeshauptstadt boomen gerade enorm – viele wollen von den Vorteilen des Landlebens in Stadtnähe profitieren. Die niederösterreichischen Bezirke Mödling, Gänserndorf, Mistelbach und St. Pölten sind seit dem Lockdown so interessant wie noch nie zuvor.

Österreicher wollen Haus am See

Rund um die Hauptstadt entstehen zudem gerade sehr viele neue Wohnbauprojekte, die zum Teil gefördert werden. Künstlich angelegte Seen, eigene Dörfer mit Nahversorgungs- und Freizeitmöglichkeiten sowie die Natur direkt vor der Haustür – ein Konzept, das vor allem Familien anzieht. Ein Beispiel dafür ist etwa das Projekt in Velm in der Gemeinde Himberg, wo inmitten von Wald, See und nur zwanzig Minuten von Wien entfernt eine neue Einfamilienhaussiedlung entsteht.

Besonders attraktiv sind laut „Findmyhome.at“ auch Gemeinden mit Seen. Zu den beliebtesten Gegenden zählen dabei Steinbach am Attersee, St. Kanzian am Klopeiner See, Mattsee in Salzburg und das burgenländische Podersdorf am See.

Corona brachte Renaissance des ländlichen Raums

Den Trend hin zum Ländlichen beobachtet auch Zukunftsforscher Daniel Dettling. Bei den Kommunalen Sommergesprächen sprach er von einer Renaissance des ländlichen Raums durch die Krise. Dettling nennt diese Entwicklung Glokalisierung, also die Symbiose aus global und lokal.

“In der Glokalisierung verbindet sich die lokale Ebene zunehmend mit der globalen Ebene, die von einem gemeinsamen Wertewandel begleitet wird. Gleichzeitig befördert diese Entwicklung auch die lokale Identität”, stellt der Zukunftsforscher fest.

(Quelle: OeNB, Findmyhome.at)

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Eva Schubert

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