Tadten: Maar legt Bürgermeisteramt zurück

1.12.2016 – Mehr als sein halbes Leben war Johann Maar in der Kommunalpolitik aktiv, ein knappes Viertel davon als Bürgermeister – nun hat der Tadtner Ortschef genug: Bei der Gemeinderatssitzung am 24. Oktober 2016 erklärte er seinen Rücktritt. Mit Jahresende wird der 61-Jährige sein Amt in der burgenländischen Gemeinde vorzeitig zurücklegen und der Kommunalpolitik den Rücken kehren. Sein Nachfolger wird vorraussichtlich Gemeindekassier Robert Csukker.

Vom Gemeinderat über den Gemeindevorstand zum Bürgermeister

Angefangen hat Maars politische Karriere im Alter von 27 Jahren. “Ich hab mich schon immer für die Kommunalpolitik interessiert”, erklärt der Tadtner Bürgermeister, der nach seinen ersten Berufsjahren als Lehrer 1982 im Gemeinderat aktiv wurde. Fünf Jahre später folgte der Wechsel in den Gemeindevorstand. Insgesamt 15 Jahre engagierte sich der Burgenländer im Gemeindevorstand, bevor er im Mai 2002 schließlich zum Ortschef von Tadten gewählt wurde.

Bürgermeister zu werden war zwar nie sein erklärtes Ziel, dennoch lag ihm die Kommunalpolitik immer am Herzen. So ging er bei der Wahl 2002 als Spitzenkandidat ins Rennen. “Als mich meine Parteikollegen damals als Spitzenkandidat vorschlugen, hab ich mich in Rücksprache mit meiner Familie dann schlussendlich dafür entschieden, als Bürgermeister zu kanditieren”, erzählt der 61-Jährige.

Erfolgreiche Erhaltung des Ortsarztes

In seinen drei Amtsperioden als Bürgermeister konnte Maar auf kommunalpolitischer Ebene vieles umsetzen. Vom Um- und Zubau des Feuerwehrhauses über die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen bis hin zum Umbau des Ärztehauses, setzte der gelernte Pädagoge zahlreiche Maßnahmen, um die Tadtner Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern. In der jüngsten Geschichte ist er besonders stolz darauf, einen Allgemeinmediziner im Ort halten zu können. “Damit der Arzt in Tadten bleibt, wird ein Teil der Ordination im neu umgebauten Ärztehaus von der Gemeinde mitfinanziert”, so der Bürgermeister.

Das persönliche Highlight seiner Amtszeit stellt für den Lehrer die Erstellung der Tadtner Ortschronik dar. “Da waren 1.200 Leute aus dem Ort beteiligt und 35 Tadtner rund um mich haben die Chronik dann schlussendlich gemacht”, erzählt der Ortschef, “Da hat man die starke Gemeinschaft im Dorf regelrecht gespürt.”

Gutes Klima zwischen den Parteien

Möglich gemacht hat die vielen kommunalpolitischen Erfolge das gute Klima unter den Parteien innerhalb der Gemeinde, in der der Sozialdemokraten klar die Stärke der Gemeinde sieht. “Unsere Stärke ist es, ein gutes politisches Klima zu halten. Wir verstehen uns auch parteiübergreifend gut und treffen gemeinsame Entscheidungen”, so Maar.

In seiner neugewonnenen Freizeit will sich Maar noch auf die letzte Zeit als Deutsch- und Turn-Lehrer an der Neuen Mittelschule Andau konzentrieren, in der er seit 1982 tätig ist. Auch sonstige Hobbies, die aufgrund seiner Tätigkeit als Bürgermeister in den letzten Jahren zu kurz kamen, möchte er wieder verstärkt ausüben. “Ich möchte es mir gut gehen lassen, garteln, sporteln und mehr mit meiner Frau und meinen erwachsenen Kindern machen. Natürlich helfe ich auch weiterhin wo ich kann”, blickt der Tadtner Ortschef in die Zukunft.

Mehr junge Menschen im Ort

Die junge Generation liegt Maar als Pädagoge nicht nur beruflich, sondern auch privat und politisch am Herzen. So wünscht sich der baldige Altbürgermeister für die Zukunft von Tadten vor allem eines, nämlich viele junge Menschen im Ort. “Dass viele junge Leute nach Tadten kommen und in Tadten bleiben und dass sich auch Familien mit Kindern ansiedeln, das wäre mein Wunsch”, betont der Bürgermeister. Seinem Nachfolger gibt der Ortschef zwei Dinge mit auf den Weg: “Geradlinigkeit und Transparenz”. Dennoch ist sich Maar sicher, dass sein voraussichtlicher Nachfolger Robert Csukker auch ohne seinen Rat eine gute Kommunalpolitik betreiben wird: “Mein Nachfolger ist mit den Herausforderungen der Gemeinde bestens vertraut und wird das Amt würdig fortführen.”

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Der Tadtner Bürgermeister Johann Maar wird mit Jahresende sein Amt zurücklegen. (Bild: ZVG)

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