Österreich: Dritthöchste Asylwerberquote in der EU

14.4.2015 – Die Krisenherde in Europa und dem Nahen Osten verschärfen die Flüchtlingsproblematik in der gesamten EU. In Österreich hat sich die Zahl der Asylsuchenden um mehr als die Hälfte gegenüber 2013 erhöht. Die Zahl der Asylbewerber innerhalb der Europäischen Union erreichte 2014 einen absoluten Spitzenwert: 626.000 wurden registriert, das entspricht einem Plus von 44 Prozent (+191.000 Anträge). Die meisten Antragsteller kommen aus Syrien. Betrachtet man die Zahlen im Vergleich zur Bevölkerung zeigt sich, dass Österreich die dritthöchste Asylbewerberquote innerhalb der Europäischen Union hat.

Nur in Schweden und Ungarn mehr Antragsteller

Aus einer Erhebung von Eurostat geht hervor, dass in Österreich im Jahr 2014 durchschnittlich 3,3 Asylanträge pro 1.000 Einwohner gestellt wurden. Betrachtet man diese Quoten im Vergleich zur Bevölkerung zeigt sich, dass nur in Schweden und Ungarn mehr Anträge gestellt wurden. Schweden hat mit durchschnittlich 8,4 Bewerbern eine deutlich höhere Quote als Ungarn (4,3 Bewerber).

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Quelle: Eurostat; Karte: © sunt – Fotolia.com; Figuren: © Stephanie Hofschläger – pixelio.de
In den sieben EU-Ländern, auf die sich die meisten Asylbewerber aufteilen, divergieren die Häufigkeiten der Staatsangehörigkeit der Bewerber stark. In Deutschland werden die meisten Asylanträge gestellt, dabei ist die größte Gruppe der Antragsteller aus Syrien. In Ungarn sind die Hälfte aller Bewerber Kosovaren.

Anträge auf Asyl um mehr als die Hälfte gestiegen

Trotz der deutlichen Erhöhung von 17.000 auf rund 28.000 (+60%), wurden nur 4,5 Prozent aller Asylanträge innerhalb der EU in Österreich gestellt. Damit lag die Alpenrepublik an siebenter Stelle. Die mit Abstand meisten Bewerber hofften in Deutschland auf einen positiven Bescheid (202.700). Jeder dritte Antrag (32%) innerhalb der Europäischen Union wurde hier gestellt. Die zweitmeisten Asylbewerber hatte Schweden (81.200), gefolgt von Italien (64.625), Frankreich (62.735) und Ungarn (42.775).

Die Entwicklungen dieser fünf Mitgliedstaaten fielen gegenüber 2013 sehr unterschiedlich aus. In Italien (+143%) und Ungarn (+126%) hat sich die Zahl der Asylbewerber mehr als verdoppelt. Auch in Deutschland (+60%) und Schweden (+50%) erhöhte sich die Quote gegenüber dem Vorjahr stark. Nur in Frankreich gingen die Asylanträge zurück (-5%).

Die meisten Bewerber sind Syrer, Afghanen und Russen

Die meisten Bewerber um Asyl in der Europäischen Union kamen, wie bereits 2013, aus Syrien. Die Zahl erhöhte sich aber stark: Von 50.000 auf 123.000. Mehr als die Hälfte von ihnen stellten ihren Antrag in Deutschland und Schweden. Auch in Österreich waren die meisten Asylbewerber syrische Staatsangehörige (28%).

Aus Afghanistan kam die zweitgrößte Personengruppe, die 2014 in der EU Asyl beantragte. Auch in Österreich stellten sie die zweitgrößte Gruppe an Bewerbern dar (18%). EU-weit waren Kosovaren die am dritthäufigsten vertretene Gruppe nach Staatsangehörigkeit. Bei ihnen war Ungarn sehr beliebt – mehr als die Hälfte aller Anträge wurden dort gestellt. In Österreich waren an dritter Stelle bei den Asylansuchen Menschen aus Russland. Sie machten sieben Prozent aller Antragsteller aus. In Polen waren sogar die Hälfte aller Asylbewerber russischer Herkunft.

Fast die Hälfte aller Entscheidungen in erster Instanz positiv

Im Jahr 2014 waren in der EU 45 Prozent der Asyl-Entscheidungen in erster Instanz positiv. Die größte Gruppe, denen ein Schutzstatus oder eine Aufenthaltsgenehmigung aus humanitären Gründen gewährt wurde, waren Syrer. 66.300 Entscheidungen fielen positiv aus, das entspricht rund 41 Prozent aller positiven Entscheidungen erster Instanz innerhalb der Europäischen Staatengemeinschaft.

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In Österreich wurden 2014 28.000 Asylanträge gestellt. Die meisten Bewerber kamen aus Syrien. Auch EU-weit suchen Syrer am häufigsten um Asyl an. © DOC RABE Media - Fotolia.com

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