Nachruf: Steiermark trauert um Josef Krainer

2.1.2017 – Das politische Jahr in der Steiermark beginnt nach Ende der Weihnachtsferien in Trauer: Josef Krainer, der ehemalige Landeshauptmann der Steiermark, verstarb am 30. Dezember 2016 im Alter von 86 Jahren in Graz.

Landeshauptmann mit Weltoffenheit und Weitblick

Josef Krainer jun. wurde am 26. August 1930 in Graz als Sohn des späteren legendären Landeshauptmanns Josef Krainer sen. geboren. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Graz, an der er auch Gründungsmitglied der Akademischen Vereinigung für Außenpolitik war. Krainer war einer der damals noch wenigen, die im Ausland studieren konnten: Nach einem Studienjahr in den USA verbrachte er nach seiner Promotion und dem Gerichtsjahr ein weiteres Studienjahr in Bologna.

Von 1956 bis 1962 war Josef Krainer Generalsekretär der Katholischen Aktion in der Steiermark. Durch seine Tätigkeit als Universitätsassistent wäre ihm eine wissenschaftliche Karriere offen gestanden, er entschied sich jedoch für die Politik: Unter Landeshauptmann Friedrich Niederl wechselte er nach seiner Tätigkeit beim steirischen Bauernbund in die Landespolitik. Er wurde Landesrat für Agrar- und Baufragen. 1972 folgte das Amt als geschäftsführender Landesparteiobmann der Steirischen Volkspartei. Am 4. Juli 1980 wurde Krainer schließlich einstimmig zum Landeshauptmann der Steiermark gewählt. Diese Funktion sollte er 16 Jahre lang ausüben. Sein Amtsantritt war der Beginn eines neuen Stils und neuer Inhalte. Vor allem die Wirtschaftspolitik, die Verfassungspolitik, das Fortführen der steirischen Kulturpolitik und die Forcierung der regionalen Außenpolitik prägten die Ära unter Josef Krainer.

Zehn Jahre Steirischer Gemeindebund-Präsident

Obwohl Krainer nie Bürgermeister war, war es zu jener Zeit üblich, dass der Landeshauptmann auch der Interessenvertretung der steirischen Gemeinden vorstand: Von 1981 bis 1991 war er Präsident des Steiermärkischen Gemeindebundes, durch diese Funktion von 1981 bis 1992 auch Mitglied des Bundesvorstands des Österreichischen Gemeindebundes. Seit 1992 ist er Träger des Ehrenzeichens und Ehrenmitglied des Österreichischen Gemeindebundes. Im Steirischen Gemeindebund war Krainer Ehrenpräsident.

Begräbnis am 9. Jänner 2017

Dr. Josef Krainer wird am 9. Jänner 2017 am Friedhof in Graz-St. Veit beigesetzt. Davor gibt es in der Pfarrkirche um 14.30 Uhr ein Requiem. Am Dienstag (10. Jänner) ehrt der Landtag den Verstorbenen in einer Trauersitzung.

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Josef Krainer jun. prägte nicht nur die Landespolitik, sondern auch die Kommunalpolitik in der Steiermark. ©Ferdinand Krainer

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