KSG-Forum 3: Die Energiewende geht nur mit den Bürgern

Die Gemeinden und ihre Bürgerinnen und Bürger sind wichtige Akteure bei der Umsetzung der Klimaziele und beim Erreichen der Energiewende. Ohne sie geht nichts. Das war die wichtigste Erkenntnis im Forum 3 über „Energiekonzepte der Zukunft. Nachhaltig und sicher“ im Rathaus von Bad Aussee. Unter der Leitung von SN-Chefredakteur Manfred Perterer diskutierten Paul Ablinger, Landessprecher Oberösterreich vom Verein Kleinwasserkraft Österreich, Heidelinder Adensam, Abteilungsleiterin für Energieeffizienz und Gebäude im Klimaschutzministerium, Klaus Frühmann, Abteilungsleiter Klima und Umwelt in der KPC, und Bernd Strobl, Bürgermeister der Marktgemeinde Ollersdorf im Burgenland.

Strobl präsentierte die erfolgreiche Form der doppelten Bürgerbeteiligung. Erstens überzeugte er die Menschen und alle Gemeindevertreter von der Notwendigkeit, die öffentlichen Gebäude mit Strom aus Photovoltaikanlagen zu betreiben. Zweitens gewann er rund 100 der 938 Einwohner, sich an dem Projekt auch finanziell zu beteiligen. Ollersdorf ist zu einem Energiedorf geworden, die Photovoltaikanlagen werden ausgebaut, die Speicherung des Stroms erfolgt über umweltfreundliche Salzwasserspeicher. Neuerdings können sich Hausbesitzer in Ollersdorf an dem Projekt auch beteiligen, indem sie ihre private Hausdachfläche für die Montage von Photovoltaikanlagen zur Verfügung stellen.

Die Einbeziehung der Bürger sei schon zu Beginn eines Projektes notwendig, um Infrastruktur- und Energieprojekte überhaupt noch durchsetzen zu können. Das bestätigte auch der Bürgermeister von Munderfing, Martin Voggenberger, der mit einer Gemeinde-Gesellschaft zahlreiche Windkrafträder betreibt. „Sie gehören allen Gemeindebürgern.“

Wichtige Standbeine für die Energiezukunft der Gemeinden sind Effizienzsteigerungen und Gebäudesanierungen. Derzeit werden in Österreich rund 27 Prozent des Wärmebedarfs für Haushaltsheizungen eingesetzt. Durch Gebäudesanierungen sei ein riesiges Potenzial an Energieeinsparung möglich, sagte Heidelinde Adensam. Für die Haussanierungen habe die Regierung jetzt für zwei Jahre 650 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Wärme-Strategie des Bundes sehe vor, dass bis 2035 alle Ölkessel ausgetauscht seien. Adensam kündigte an, dass es soziale Abfederungen geben werde. „Jeder kann sich nicht einfach den Austausch leisten.“

Die Wasserkraft spiele auf dem Weg Österreichs zu 100 Prozent erneuerbarer Energie eine große Rolle, sagte Paul Ablinger. Auch wenn die Zahl der Kleinwasserkraftwerke in den letzten Jahrzehnten von 8.000 auf 4.000 zurückgegangen sei, jetzt gehe es mit der dezentralen Energieversorgung wieder aufwärts. Kleinwasserkraftwerke seien ökologisch sehr gut vertretbar. Sie lieferten zehn Prozent der Stromerzeugung aus Wasserkraft. Die Bürger müssten in die Umsetzung eines Projektes von Beginn an einbezogen werden.

Klaus Frühmann von der KPC unterstrich die Bedeutung einer professionellen Förderungsberatung. Als Laie könne man bei der Vielfalt der Unterstützungen leicht den Überblick verlieren. Er strich die Rolle der Gemeinden als Akteure und Partner bei der Umsetzung der Klimaziele hervor.

Manfred Perterer

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