Gemeinden zu 6,4 Prozent in weiblicher Hand

10.2.2017 – Vor den Wahlen im Herbst steigt der Anteil der Bürgermeisterinnen auf 6,4 Prozent. Das östlichste Bundesland liegt mit dieser Quote aber immer unter Bundesdurchschnitt. Dafür gibt es fast ein Drittel Amtsleiterinnen.

Ein Jahr vor Wahlen, dreht sich in vielen Gemeinden das Personalkarussell – vor allem, wenn Bürgermeister/innen aufhören und ihrer/m Wunschnachfolger/in noch Zeit zum Einarbeiten geben möchten. So passiert das 2017 auch im Burgenland. Im Oktober wird voraussichtlich gewählt und seit rund zwei Monaten werden viele neue Bürgermeister/innen angelobt. Für die Steigerung der Frauenquote ist diese Praxis positiv. So konnten seit Dezember 2016 drei Frauen das höchste kommunale Amt erklimmen. 6,4 Prozent Frauenquote ist immer noch nicht viel – aber die Quote ist dadurch so hoch wie noch nie. Sogar die ÖVP stellt damit nun wieder zwei Bürgermeisterinnen.

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(Quellen: Land Bgld., Gemeindebund, Bürgermeisterzeitung; Bild: © Sven Knie – Fotolia.com)
Obwohl mehr als die Hälfte der Bevölkerung weiblich ist, gibt auf keiner einzigen politischen Ebene im östlichsten Bundesland gleich viele Männer wie Frauen.

Niedrigster Anteil unter Politikerinnen

Während im Österreich-Vergleich der Anteil von 6,4 Prozent nahe an den Österreich-Durchschnitt (7,4%) heran kommt, ist er im Vergleich zu den Landespolitikerinnen deutlich am niedrigsten. In der burgenländischen Landesregierung finden sich mit Verena Dunst und Astrid Eisenkopf zumindest zwei Frauen, was einem Anteil von 28,6 Prozent entspricht. Etwas schlechter der Anteil im Landtag: Acht von insgesamt 36 Landtagsabgeordneten sind weiblich. Das entspricht 22,2 Prozent.

Fast ein Drittel Amtsleiterinnen

Deutlich mehr Frauen finden sich auf der zweithöchsten kommunalen Position: Aktuell gibt es 30 Vizebürgermeisterinnen im Burgenland. Dabei gehören 18 der SPÖ und zwölf der ÖVP an.

Die kommunale Verwaltung ist dafür umso weiblicher: Fast ein Drittel (29,2 %) der Amtsleiter/innen ist weiblich. In den 171 burgenländischen Gemeinden gibt es damit 50 Amtsleiterinnen. Für einen Vergleich mit der Landesverwaltung fehlen derzeit leider die Daten. Auf Ebene der Bundesverwaltung ist der Frauenanteil mit 41,7 Prozent aber noch viel höher.

Niederösterreich hat den höchsten Anteil an Bürgermeisterinnen.

Zwei Vizepräsidentinnen in der Interessensvertretung

Bei den Landesverbänden des Gemeindebundes sind wenige Frauen zu finden. Keine Bürgermeisterin ist derzeit Präsidentin eines der zehn Landesverbände des Gemeindebundes und auch in den Präsidien sind Frauen rar gesät. Hier sticht wiederum das Burgenland äußerst positiv hervor. Während das Präsidium des Burgenländischen Gemeindebundes nur männlich besetzt ist (wobei man fairerweise erwähnen muss, dass es bis vor zwei Monaten auch keine Bürgermeisterin der ÖVP im Burgenland gab), gibt es beim GVV Burgenland mit Bernsteins Bürgermeisterin Renate Habetler und Hirms Bürgermeisterin LAbg. Inge Posch gleich zwei Vizepräsidentinnen im siebenköpfigen Präsidium.

Burgenland besteht aus mehr Frauen als Männern

Obwohl die Entwicklung positiv ist, sind in keiner der genannten Beispiele Frauen in dem Maße repräsentiert, wie sie auch in der Bevölkerung vorhanden sind. Die burgenländische Bevölkerung besteht nämlich zu 50,9 Prozent aus Frauen. Bleibt zu hoffen, dass bei den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen im Herbst das Ungleichgewicht weiter reduziert wird.

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Der österreichweite Frauenanteil beim Bürgermeister/innenamt liegt bei 7,4 Prozent. Im Burgenland liegt er bei 6,4 Prozent. (Quelle: Gemeindebund, Hintergrundbild: © Jan Engel - Fotolia.com)

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