Ertragsvorschüsse Dez. ‘14: Massiver Einbruch der Dezember-Vorschüsse

27.11.2014 – Bereits im November schlossen die Vorschüsse mit einem Minus im Vorjahresvergleich ab, dieses Minus fiel aber im Vergleich zu den aktuellen Vorschüssen noch gering aus. Die Dezember-Vorschüsse der Gemeinden ohne Wien liegen knapp 40 Millionen Euro unter jenen des Dezember 2013. In Prozentzahlen ausgedrückt sind das minus 6,7 Prozent für die Gemeinden ohne Wien und minus 6,5 Prozent für die Bundeshauptstadt.

Die länderweisen Ergebnisse liegen zwischen minus 5,1 Prozent (Tirol) und  minus 9,4 Prozent (Niederösterreich). Dieses hohe niederösterreichische Minus erklärt sich durch die im Oktober 2013 um 40 Prozent höheren Einnahmen an Grunderwerbsteuer (diese wird nach dem länderweisen Aufkommen dem Verteilungsmechanismus des Finanzausgleichs zugeführt).

Vergleich_Bundeslaender_Dezember_2013_und_2014

Körperschaftsteuer bricht ein

Die Gründe für dieses Ergebnis der Dezember-Vorschüsse liegen zum einen im hohen Ausgangsniveau des Vergleichsmonats Dezember 2013 und zum anderen im bereits sichtbaren Konjunkturabschwung, der sich besonders in der Körperschaftsteuer niedergeschlagen hat, die im zugrundeliegenden Oktober-Erfolg gegenüber 2013 um 43 Prozent eingebrochen ist. Daneben spiegelt auch die Umsatzsteuer (-4,2%) die Zurückhaltung im Konsum- und Investitionsbereich wieder und selbst die nach wie vor sehr dynamischen Lohnsteuereinnahmen (+7%) konnten das Minus bei den Dezember-Vorschüssen nicht verhindern.

Vorschüsse im Jahresvergleich 2013-2014

Noch im Sommer lagen die aufsummierten Monatsvorschüsse mehr als sechs Prozent über jenen des Vorjahres, in den letzten drei bis vier Monaten trübte sich das Bild jedoch deutlich ein. Das nunmehr vorliegende 2014er Jahresergebnis der Vorschüsse, das für die Gemeinden ohne Wien einen Zuwachs von vier Prozent (Wien 4,1%) zeigt, hat sich somit nach einem starken Jahresbeginn und einem schwachen Herbst fast punktgenau auf die vom Finanzministerium prognostizierte Zuwachsrate der Ertragsanteile von rund vier Prozent eingependelt.

Trüber Ausblick auf 2015

Angesichts der aktuellen Prognose können die plus vier Prozent des abgelaufenen Jahres aber noch sehr positiv gesehen werden, denn das Finanzministerium geht für 2015 von einem Zuwachs der Ertragsanteile ohne Wien von lediglich +2,7 Prozent aus (Wien +3,8%). Das Haushaltsjahr 2015 wird also kein einfaches werden.

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