Ertragsanteile Oktober: Der Zenit ist überschritten

In den vergangenen Wochen korrigierten viele Wirtschaftsforscher ihre Konjunkturprognosen deutlich nach unten, auch für das heurige Jahr. Bereits die September-Vorschüsse ließen bei den Zuwächsen gegenüber dem Vorjahr einen Abwärtstrend erkennen, der sich nun auch bei den aktuellen Oktober-Vorschüssen fortsetzt. Die Vorschüsse der Gemeinden ohne Wien weisen im Oktober einen Zuwachs von 4,4 Prozent auf (Wien +4,2%).

Die länderweisen Unterschiede ergeben aus der sehr volatilen Entwicklung der Grunderwerbsteuer-Einnahmen. Die Kärntner Gemeinden, die mit plus drei Prozent die geringsten Zuwächse bei den Oktober-Vorschüssen verzeichnen, liegen bei dem zugrundeliegenden (August 2014) Grunderwerbsteuer-Aufkommen rund 15 Prozent unter jenem des Vorjahres. Die Vorarlberger Gemeinden, die mit +6,8 Prozent die höchsten Zuwächse bei den Oktober-Vorschüssen erzielen, verzeichneten auch die höchsten Zuwächse beim August-Aufkommen der Grunderwerbsteuer (+33 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres).

vergleich_bundeslaender_oktober_2013_und_2014

Starke Umsatzsteuer rettet Oktober-Ergebnis

Trotz der wesentlich stabileren Entwicklung des Aufkommens  bei den Kapitalertragssteuern auf Zinsen und Dividenden und der im Vergleich mit dem Vorjahr deutlich stärkeren Umsatzsteuer (für die aktuellen Vorschüsse ist das August-Abgabenaufkommen relevant) bleiben die Vorschüsse bei ihren Zuwächsen nach dem September auch im Oktober hinter den bisherigen Jahresergebnissen zurück. Ein Grund dafür ist auch der scheinbare Einbruch bei der Energieabgabe, der jedoch verrechnungstechnisch bedingt sein dürfte, da die kürzlich erfolgte Novelle des Elektrizitätsabgabegesetzes ihre steuersenkende Wirkung erst 2015 entfalten wird.

Die Zuwächse der EA-Vorschüsse der Monate Jänner bis Oktober liegen nunmehr bei 5,6 Prozent für die Gemeinden ohne Wien, die Gemeindeertragsanteile der Bundeshauptstadt liegen leicht darüber mit +5,7 Prozent.

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Über den bisherigen Jahresverlauf gesehen steigen die Ertragsanteile für die Gemeinden ohne Wien um 5,6 Prozent.

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