Ertragsanteile: April-Vorschüsse wieder im Plus

19.3.2015 – Wie bereits von ein paar Wochen an dieser Stelle berichtet, wird das Ergebnis der Zwischenabrechnung (Endabrechnung der Ertragsanteile) des Vorjahres mit den März-Vorschüssen, die bis zum 10. April an die Gemeinden zu überweisen sind, gegenverrechnet. Eine Zwischenabrechnung ist ja erforderlich, um von den Vorschüssen 2014 (die auf den Abgabeneinnahmen der Monate November 2013 bis Oktober 2014 beruhen) auf ein periodenreines 2014er Ergebnis zu kommen. Diese Zwischenabrechnung war mit -27,4 Mio. Euro erstmals seit dem Krisenjahr 2009 wieder negativ. Auf die Gründe wurde zuletzt auch bereits hingewiesen (bereits erfolgte Übergenüsse, die durch die im Finanzausgleichsgesetz verankerten Vorschüsse auf die Kapitalertragsteuer II auf Zinsen entstanden sind und die aufgrund der Eintrübung der Konjunktur nicht mehr durch die Abgabeneinnahmen am Ende des Jahres 2014 aufgefangen werden konnten).

Somit reduzierten sich also die ohnedies gegenüber dem Jahr 2014 bereits teilweise rückläufigen März-Vorschüsse um diese 27,4 Mio. Euro, was dazu führte, dass die Vorschüsse aller Gemeinden (länderweise betrachtet) teils deutlich im Minus lagen. Zur beigefügten Grafik (Liniendiagramm der monatlichen Zuwächse gegenüber dem Vorjahr) muss man sich somit bei den März-Vorschüssen, die ohne die Zwischenabrechnung +2,3 Prozent ausweist, noch 5 Prozentpunkte aufgrund der Gegenverrechnung mit der Zwischenabrechnung wegdenken.

Vergleich_Bundeslaender_April_2014_und_2015

April-Vorschüsse mit 5,1% im Plus

Die aktuellen Vorschüsse profitierten vorwiegend vom starken Februar-Aufkommen an Körperschaftsteuer (+12% gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres) sowie von einer weiterhin dynamischen Grunderwerbsteuer (+20%). Die April-Vorschüsse liegen somit in den Gemeinden ohne Wien rund 5,1% über dem Vorjahreswert  (Wien +8,7%). Im bisherigen Jahresvergleich (Jänner bis April) liegen die Vorschüsse 2015 also rund dreieinhalb Prozent über jenen des Vorjahres, womit die Vorschüsse derzeit deutlich (wobei auch hier die Zwischenabrechnung nicht inkludiert ist) über der Ertragsanteile-Prognose des BMF für das Gesamtjahr 2015, die ein Plus von lediglich 2,7 Prozent für die Gemeinden ohne Wien (Wien +3,8%) vorsieht.

Deutlichster Zuwachs in Wien

Da sich die länderweisen Unterschiede bei der prozentuellen Entwicklung der Vorschüsse im Jahresvergleich fast ausschließlich durch die sehr volatile Grunderwerbsteuer (wird nach dem landesweisen Aufkommen per Bevölkerungsschlüssel auf die Gemeinden verteilt) ergeben, ist auch dieses Mal ein Blick auf diese Abgabe sinnvoll. Die Grunderwerbsteuereinnahmen lagen im Februar 2015 rund 20 Prozent bzw. fast 15 Mio. Euro über jenen des Februar 2014. Knapp zwei Drittel dieses Zuwachses konnte Wien für sich verbuchen, das damit beim örtlichen Aufkommen ein Plus von 38,5 Prozent gegenüber 2014 verzeichnete, was auch für den mit Abstand deutlichsten Zuwachs bei den April-Vorschüssen (+8,7%) sorgte. In den restlichen Bundesländern lagen die Zuwächse der aktuellen Vorschüsse auf die Gemeindeertragsanteile diesmal allesamt sehr homogenen zwischen +4,6 und +5,9 Prozent.

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