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Digitalisierung: Ideen für Gemeinden

Flächendeckendes Breitband ist die Grundvoraussetzung. Doch was sich mit der Infrastruktur alles machen lässt, liegt in den Händen der Gemeinden. In Oberösterreich wurde eine Broschüre veröffentlicht, die anhand von Praxisbeispielen illustriert, was alles bereits umgesetzt wird.

„Die Digitalisierung bringt Chancen für Stadt und Land“, sind sich Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer, Bettina Williger, leitende Wissenschaftlerin bei der Fraunhofer Arbeitsgruppe für Supply Chain Services in Nürnberg, und der E-Government-Beauftragte des Oberösterreichischen Gemeindebundes Reinhard Haider am 22. Oktober 2018 bei der Präsentation der neuen Digitalisierungs-Broschüre für Gemeinden einig.

Technik gezielt zum Einsatz bringen

„Die Digitalisierung könnte auf manche der Herausforderungen der ländlichen Regionen eine Antwort sein“, betont Williger. Diese sind beispielsweise sinkende Einwohnerzahlen, die Abwanderung der jungen Bevölkerung in die städtischen Räume, der daraus resultierende Fachkräftemangel, die Überalterung, die Ausdünnung von Dienstleistungs- und Gesundheitsangeboten und unrentable Mobilitätsangebote. In den Lebensbereichen Nahversorgung, Gesundheit und Pflege, Mobilität oder Lernen gibt es digitale Angebote, die hier als Ersatz für das fehlende Angebot dienen können.

Williger spricht nicht nur von der Theorie, sondern begleitet bayerische Gemeinden und Regionen dabei, die Potenziale der Digitalisierung zu erproben. Vorreiter sind beispielsweise die beiden Gemeindeverbünde Steinwald-Allianz und Spiegelau-Frauenau mit insgesamt 18 Gemeinden. Daneben gibt es im Oberen Rodachtal das digitale Gesundheitsdorf und ein digitales Alpendorf im Gemeindeverbund Waginger See- Rupertiwinkel.

Dort übernimmt der mobile Dorfladen die Nahversorgung, nachdem im Internet vorbestellt wurde. Auch Bargeld lässt sich im LKW, der rund 200 Produkte des täglichen Bedarfs auf 17 Quadratmetern führt, behoben werden.

Viele Angebote bereits im Einsatz

Kremsmünsters Amtsleiter Reinhard Haider kennt weitere Praxisfelder: „Die größten Gestaltungsmöglichkeiten haben die Gemeinden im Bereich der eigenen Verwaltung. Die Grundlage bildet die Website der Gemeinde, die durch eigene Apps, digitale Amtstafel oder den Einsatz von Social Media ergänzt wird. Dabei gibt es eine Vielzahl an neuen Lösungen, wie beispielsweise Mängelmelder, Wasserzähler-Apps, Gewässerpegel-Infos oder den Einsatz von E-Democracy-Tools.“

In Kremsmünster selbst ist seit einigen Monaten auch ein Spracheingabe- und Sprachausgabesystem im Einsatz. Außerdem werden in einigen Gemeinden bereits denkende Straßenlaternen getestet, die vor allem hinsichtlich der Einführung von autonom-fahrenden Autos essentiell werden.

Broschüre bietet eine Sammlung der Praxisbeispiele

Gemeinden, die sich hier stärker für die Zukunft rüsten wollen, finden in der von Oberösterreichischem Gemeindebund, der Zukunftsakademie und der FH Oberösterreich zusammen erarbeiteten Broschüre eine tolle Zusammenstellung an Möglichkeiten. Auch Reinhard Haider kann diese den Gemeinden nur empfehlen: „Das vorliegende Handbuch vermittelt vor allem zwei Dinge: Damit Digitalisierung gelingt, muss sie einfach, konkret und schrittweise umsetzbar sein. Wenn möglichst viele der 440 Gemeinden einige der 100 Vorschläge in Angriff nehmen, dann wird die Digitalisierung an vielen Orten zur realen Chance.“




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