Dänemark: Das fahrradfreundlichste Land der EU

22.5.2015 – Zum zweiten Mal wurde am 18. Mai 2015 der europaweite Fahrrad-Barometer des Europäischen Radfahrer-Verbandes (ECF) veröffentlicht. Das Ziel der erneuten Untersuchung: “Da der Barometer beim ersten Mal im Jahr 2013 so erfolgreich war, wollten wir die Diskussion wieder aufflammen lassen. Es ist interessant, was sich seither getan hat.” Den Erstellern der Untersuchung ist aber klar, dass vergleichbare Zahlen zum Fahrradfahren in Europa nicht immer einfach zu bekommen sind. Nicht von allen Ländern gibt es für die gleichen Zeiträume verwertbare Daten, weshalb fünf Einzelstudien der EU als Grundlage herangezogen wurden. Das Ergebnis zeigt: Der Süden Europas hat Nachholbedarf.

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(Bildquelle: ECF)
In fünf Kategorien konnten die Länder Punkte sammeln: Gebrauch im Alltag, Sicherheit, Tourismus, Größe des Fahrradmarktes und Mitglieder in Fahrrad-Verbänden.

Dänemark und Niederlande an der Spitze

Die Ränge werden auf der Basis von fünf Kategorien berechnet: Regelmäßiger Gebrauch des Fahrrads, Straßensicherheit für Radfahrer, Fahrradtourismus, Größe des Marktes für Fahrräder und die Anzahl an Mitgliedern in Fahrrad-Verbänden. Für jede der fünf Kategorien erhalten die Länder Punkte, die dann zusammen gezählt werden. Wer die meisten Punkte erreicht hat, kann sich fahrradfreundlichstes Land der EU nennen.

Dänemark konnte sich insgesamt mit zwei Punkten Vorsprung (129 Punkte) das Siegerpodest sichern. Obwohl es nur bei den Mitgliedern in Fahrrad-Verbänden den ersten Platz erhielt, schaffte es Dänemark durch gute Platzierungen in den übrigen Kategorien den vormaligen Erstplatzierten Niederlande abzulösen. Dieser muss sich diesmal mit 127 erreichten Punkten und Platz zwei begnügen. Dicht gefolgt von Schweden, Finnland, Deutschland und Belgien. Das Schlusslicht bilden Portugal und Rumänien mit 31 und 29 Punkten. Österreich rutschte von Platz sieben auf Platz neun ab (95 Punkte 2013 zu 84 Punkten 2015).

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Die Detailergebnisse der einzelnen Kategorien im Überblick: Österreich punktet beim Fahrradtourismus.

Regelmäßiger Gebrauch und Straßensicherheit

Die Niederlande punkten vor allem mit der höchsten Anzahl an Personen, die regelmäßig im Alltag auf das Fahrrad umsteigen. Die Spanne zwischen jenen, die das Fahrrad (36 Prozent) oder das Auto (45 Prozent) benutzen, ist nicht besonders groß. Der Anteil an regelmäßigen Fahrradfahrern des Siegers Dänemark liegt bei 23 Prozent – 54 Prozent bevorzugen als tägliches Verkehrsmittel immer noch das Auto. In Österreich greifen nur sechs Prozent der Bevölkerung regelmäßig zum Fahrrad. Demgegenüber stehen 57 Prozent der Österreicher, die lieber den PKW nehmen. Am schlechtesten schneiden Zypern und Portugal mit einem und Malta aufgrund fehlender Zahlen mit null Prozent ab. 

In Sachen Sicherheit können sich laut Untersuchung die Radfahrer in Luxemburg und Malta freuen. Hier sind die Straßen für sie am sichersten. Dahinter liegen Schweden, die Niederlande und Dänemark. Am gefährlichsten leben sie hingegen in Portugal und auf Zypern. Österreich rangiert in dieser Kategorie im hinteren Mittelfeld: Laut zugrundeliegender Studie, die Zahlen aus 2013 verwendet, starben in besagtem Jahr in Österreich mehr als 50 Radfahrer in Folge eines Verkehrsunfalls.

Fahrradtourismus vor allem im Norden beliebt

Ausflüge mit dem Fahrrad erfreuen sich vor allem in den nordischen Ländern der EU großer Beliebtheit. So ist die Anzahl in Finnland mit über 20 Ausflügen am höchsten. Unter den ersten fünf Rängen befinden sich außerdem noch Schweden, die Niederlande und Dänemark. Österreich punktet vor allem mit Ausflugstrecken entlang der Donau und teilt sich Platz sechs mit Deutschland. Geringe Bedeutung hat der Fahrradtourismus hingegen im Süden der EU. Zypern, Malta und Kroatien teilen sich den letzten Platz. Ein wenig besser sieht es zwar in Portugal und Rumänien aus, obwohl hier die Anzahl der Ausflüge auch gegen Null geht. 

Markt für Fahrräder und Verbandsmitglieder

Die meisten Fahrräder werden in Slowenien verkauft. Knapp dahinter liegen Litauen und Dänemark. In dieser Kategorie wird eine Studie der EU herangezogen, die Verkaufs- und Produktionszahlen der EU-Länder berechnet und verglichen hat. Laut Fahrrad-Barometer kommen auf 1.000 Slowenen knapp 120 Fahrradkäufe. Mit nicht einmal 20 Verkäufen bilden die Fahrradmärkte von Lettland und Bulgarien das Schlusslicht. Österreich liegt im guten Mittelfeld mit über 40 Verkäufen auf 1.000 Personen. 

Die Interessensvertreter für Fahrradfahrer sind in Dänemark am aktivsten. Auf eine Million Dänen kommen über 3.000 Mitglieder in Fahrrad-Verbänden. Nicht viel weniger aktiv ist Luxemburg, gefolgt von Belgien. Kaum bis keine Aktivität findet in Griechenland, Rumänien, Polen und auf Malta statt. Österreich teilt sich mit Schweden Platz sieben – auf eine Million Personen kommen mehr als 500 Verbandsmitglieder.

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Aufgrund guter Platzierungen schaffte es Dänemark mit zwei Punkten Vorsprung auf den ersten Platz. Die Niederlande erreichten 127 Punkte, Schweden liegt 120 Punkten nicht weit dahinter. (Bildquelle: ECF)

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