Corona bekennt Farbe: Was das Ampelsystem bringt

Alles im grünen Bereich? Das bleibt vor allem bei der Corona-Ampel zu hoffen. Mit vier Farben wird ab September österreichweit das Corona-Risiko in den Bezirken signalisiert. Die ausreichende Einbindung von den Gemeinden bei regionalen Maßnahmen wird weiterhin ein Thema bleiben.

Der beste Weg, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, ist auf regionale Cluster mit einer starken, regionalen Antwort zu reagieren: Dem ist sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober sicher. Im Juli kündigte das Gesundheitsministerium an, eine offizielle Corona-Ampel zu konzipieren: Mit Grün, Gelb, Orange und Rot wird nach einer sommerlichen Testphase Anfang September in den Echtbetrieb gestartet. Die Ampel zeigt, wie sich Covid-19 auf Bezirksebene entwickelt. Je nach Anzahl der Infizierten in den Bezirken soll das System von grün (niedriges Corona-Risiko) bis rot (für Akutsituation) geschaltet werden. Das ermöglicht es den Behörden, auf Clusterbildungen schnell und vor allem gezielt zu reagieren, denn es gilt: Nur weil es beispielsweise in Wien viele Infizierte gibt, sollen die Vorarlberger nicht in den Lockdown müssen.

(Quelle: sozialministerium.at)
Vier Indikatoren sind für die vierfarbige Ampel ausschlaggebend: die Sieben-Tages-Fallzahlen, die Kapazitäten in den Spitälern, Cluster (also ob die Infektionskette nachvollziehbar ist) und die Anzahl der Tests in Relation zur Bevölkerung. (Quelle: sozialministerium.at)

Grün, Gelb, Orange oder Rot: So funktioniert’s

Vier Indikatoren sind für die vierfarbige Ampel ausschlaggebend: die Sieben-Tages-Fallzahlen, die Kapazitäten in den Spitälern, Cluster (also ob die Infektionskette nachvollziehbar ist) und die Anzahl der Tests in Relation zur Bevölkerung. Das Monitoring der vier Schlüsselindikatoren erfolgt durch die AGES und die GÖG. Eine Corona-Kommission, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Bund und Ländern sowie Fachexpertinnen und -experten, legt dann die Warnstufe für den betreffenden Bezirk fest. Diese Treffen finden einmal wöchentlich statt.
Die genauen Definitionen, ab welchen Fallzahlen die Ampel ihre Farbe wechselt, wurde vom Gesundheitsministerium für Anfang September angekündigt – und was genau bei rot passiert, steht auch noch in grauer Zukunft.

Konkretere Vorgaben für Schulen

Auch die Schulorganisation wird ab Herbst von der Corona-Ampel abhängen. Ab der roten Ampelstufe wird es wohl für die Schülerinnen und Schüler wieder Heimunterricht heißen. Bei Ampelstufe grün soll weitestgehend Normalbetrieb herrschen, auch Schulveranstaltungen wie Skikurse sind erlaubt. Großflächige Schulschließungen wie im Juni in Oberösterreich sollen damit vermieden werden. Bildungsminister Faßmann kündigte an, an Schulleiter noch ein Schreiben mit konkreten Vorgaben und Empfehlungen auszusenden.

Die Gemeinden als Schulerhalter sind von den vorgestellten Maßnahmen nicht unmittelbar betroffen. Vereinzelt hat es in der Vergangenheit Diskussionen um die Zuständigkeit für die Bereitstellung von Desinfektion oder Mund-Nasen-Schutz gegeben – diese sollten aber beendet sein.

Bürgermeister als Fels in der Brandung

Erster Ansprechpartner und Kommunikator der Maßnahmen wird auch weiterhin die Gemeinde sein. Daher ist es notwendig, dass Bund und Länder nicht auf die kommunale Ebene vergessen. Der Gemeindebund wird sich wie bisher dafür einsetzen, dass bei der Setzung von regionalen Maßnahmen auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister eingebunden werden.

Bereits im April wurde die Forderung nach einer besseren Kooperation zwischen den einzelnen Ebenen in der Krise laut: Die Gemeinden als Krisenmanager vor Ort wollten die Namen von Corona-Infizierten in ihrer Gemeinde erhalten. Es konnte erreicht werden, dass die Bezirksverwaltungsbehörden die Daten von infizierten Personen an die Gemeinde weiterleiten dürfen, wenn es zur Versorgung der Erkrankten notwendig ist. Das ist wichtig, um vor Ort die richtigen Maßnahmen setzen zu können (Stichwort: Versorgung mit Lebensmitteln, Schutz der Bevölkerung, Abstimmung der Gemeindeärztin/dem Gemeindearzt, etc.).

Dass die Gemeinden das gut und gewissenhaft getan haben, bestätigt auch eine Umfrage des Demox-Instituts und des Gemeindebundes: Das Vertrauen in die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister stieg in der Corona-Krise nämlich auf ein Rekordhoch! In nur zwei Jahren stieg der Anteil der Befragten, die ihrem Ortschef “voll und ganz vetrauen” von 6 auf satte 22 Prozent. Das bestätigt, wie wichtig die lokale Ebene für die Lebensrealität der Menschen ist. Das Motto der Krise muss daher auch weiterhin bleiben: Gemeinsam auf allen Ebenen an einem Strang ziehen!

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Emina Ayaz

Emina Ayaz

Erster Ansprechpartner und Kommunikator von regionalen Maßnahmen wird auch weiterhin die Gemeinde sein. Daher ist es notwendig, dass Bund und Länder nicht auf die kommunale Ebene vergessen. ©fotoART by Thommy Weiss / pixelio.de

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