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Bürgermeisterwechsel im Eiltempo

Einen überraschenden Führungswechsel gab es im Skiort Schladming. Mitte November machte Bürgermeister Jürgen Winter seinen Rücktritt publik. „Ich wollte nie mein Leben lang in der Politik bleiben – 13 Jahre als Bürgermeister müssen genug sein“, gab er damals als Grund bekannt. Für Jahresende wurde die Wahl eines Nachfolgers angesetzt, jetzt endete der Chefwechsel in einer Überraschung: In der Gemeinderatssitzung am 28. November 2018 ging die Wahl der Amtsnachfolgerin über die Bühne.

Nötige Mehrheit war gegeben

Für die Nachfolge Winters, welcher sich nun vor allem auch seiner Funktion als Präsident des Special Olympic Committee Austria widmen möchte, war rasch die bis dato Vizebürgermeisterin Elisabeth Krammel die logische Nachfolgerin. Die flotte Durchführung der Wahl war aber trotzdem ungeplant: Eigentlich für Jahresende in großem Rahmen angesetzt, wurde die Wahl der neuen Ortschefin bereits ein Monat „zu früh“ durchgeführt. „Alle Gemeinderäte der ÖVP waren gestern anwesend – die Mehrheit war also gesichert“, erklärt Jürgen Winter den Grund. Vorschusslorbeeren kamen für die 50-Jährige aber auch von den anderen vertretenen Fraktionen: Die Wahl erfolgte einstimmig, niemand sprach sich gegen die neue Amtsinhaberin aus. „Ein großer Vertrauensvorschuss“, wie die Neo-Bürgermeisterin selbst sagt.

100 Prozent Schladming

Elisabeth Krammel ist abseits ihrer politischen Tätigkeiten auch im beruflichen Leben in einer Führungsposition: Als Leiterin der Anästhesie-, Dialyse- und Intensivstation ist es die Vollblut-Krankenschwester gewohnt, auch unter Stress die Herausforderungen einer leitenden Stelle auszufüllen. Die Arbeit möchte sie aber nach eigenen Angaben zurückschrauben: „Die Leitung der Abteilungen habe ich bereits zurückgelegt, die Arbeit fahre ich jetzt auf 80 Prozent zurück.“ Danach will sie nur mehr geringfügig im Krankenhaus arbeiten: „Ich werde mit Jänner 2019 die Arbeit dann auf 30 Prozent reduzieren – Dank gilt hier vor allem meinem Arbeitgeber, der mir die Entscheidung nicht schwer machte.“

Politik von Kindesbeinen an

Bereits in die Wiege gelegt wurde Elisabeth Krammel die Politik. „Mein Vater hat sich politisch sehr engagiert, deshalb bin ich mit der Materie, die mich auch immer sehr interessiert hat, aufgewachsen“, erklärt sie ihre Faszination mit dem tagespolitischen Geschäft. Was folgte war früh die Mitgliedschaft in der Landjugend Irding. 2004 folgte das Angebot des damaligen Gemeinderates Jürgen Winter, doch auch in der Partei mitzuwirken. Ein Jahr später folgte der Sprung in den Gemeinderat, ab 2010 bekleidete sie das Amt einer Stadträtin. Im Jahr 2015 stieg Elisabeth Krammel weiter in den Rängen der Kommunalpolitik auf und wurde Vizebürgermeisterin sowie Stellvertreterin von ihrem langjährigen Kollegen Jürgen Winter.

Auf die Frage, ob nun die doch spontane Wahl überraschend kam, meint Krammel: „Ich habe immer eng mit Bürgermeister Winter zusammengearbeitet, sprich, ich war bereits über seine Vorhaben länger informiert – ich war von Anfang an in die Arbeit involviert.“ Überraschungen gab es also an der Spitze keine.

Drei Säulen

In Zukunft wird einiges auf die Neo-Bürgermeisterin zukommen. Abgesehen von den jährlichen Großereignissen, die dem Skiweltcup und dem Mountainbike-Rennen, die es zu managen gilt, möchte Krammel die Rüsthäuser der Kastralgemeinden Mandling und Rohrmoos-Untertal neu bauen lassen, sowie einen Großteil der Gemeindestraßen sanieren. „Die Arbeit wird sehr vielfältig werden“, erklärt die frischgebackene Ortschefin der 6.600 Einwohner großen Gemeinde. Sie möchte ihre Arbeit auf drei Säulen stellen. Sie erklärt: „Ich möchte, dass sich unsere Bevölkerung in Schladming wohlfühlt. Ich baue im Zuge dessen auf die drei wichtigen Säulen der Gemeindearbeit – Sicherheit, Bildung und Umwelt.“

Elisabeth Krammel trägt sich in ihrer neuen Position auch in eine elitäre Liste ein: Als erste Bürgermeisterin der Gemeinde Schladming ist sie die 21. Ortschefin der Steiermark. „Schon etwas Besonderes“, wie sie selbst sagt.




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