Weihnachten in Zeiten der Pandemie

Weihnachten steht vor der Tür – wenn auch in etwas anderer Form. Im Pandemie-Jahr fallen die üblichen Festtagsfreuden wie Christkindlmärkte oder der große Weihnachtsschmaus mit der Verwandtschaft aus. Viele Gemeinden haben sich trotzdem etwas überlegt, um ihren Bürgerinnen und Bürgern gerade in diesem fordernden Jahr die Feiertage zu verschönern.

Kaltenberg: Individuelle Adventroas-Wanderung

Im oberösterreichischen Kaltenberg findet Jahr für Jahr die Adventroas mit Standln und Konzert statt. In diesem Rahmen wird Geld für Bedürftige in der Region gesammelt. Auch dieses Jahr gibt es die Adventroas – in veränderter Form: Ab dem 19. Dezember kann man eine gemütliche Wanderung rund um den Ortskern machen. Eine ein Kilometer lange Lichterkette führt von einer selbstgebastelten Krippe zum Riesenadventkalender vorbei an der Ursprungkapelle über einen Christbaum zum Selberschmücken.  Auf dem Weg wird man immer wieder mit aufgezeichneten musikalischen Klängen verwöhnt. Selbstverständlich steht auch heuer wieder eine Spendenbox bereit.

Umgekehrter Adventskalender in Altmünster bereitet Spendern und Empfängern Freude

In der oberösterreichischen Gemeinde Altmünster am Traunsee hat man sich gleich zwei Aktionen überlegt, die den sozialen Zusammenhalt stärken und einkommensschwachen Mitbürgern etwas unter die Arme greifen: Bürgerinnen und Bürger mit geringem Einkommen können bei der Gemeinde oder online einen Wunschzettel abgeben. Dieser Wunsch wird daraufhin anonymisiert mit einem Stern auf dem Weihnachtswunschbaum vor dem Haupteingang des Gemeindeamtes befestigt. Wer helfen möchte, kann sich einen Wunsch herunternehmen und diesen erfüllen – die gewünschten Waren oder Gutscheine werden dann im Gemeindeamt anonym weitergegeben.

©Marktgemeinde Altmünster
Die Bürgermeisterin von Altmünster, Elisabeth Feichtinger und Sabine Brunner, Leiterin der Sozialabteilung, stellen die sozialen Weihnachtsaktionen 2020 vor. ©Marktgemeinde Altmünster

Auch mit dem umgekehrten Adventskalender will man in Altmünster lebenden sozioökonomisch schlechter gestellten Familien heuer eine kleine Freude bereiten: Statt sich jeden Tag etwas aus dem Adventskalender zu nehmen, legen alle, die sich beteiligen wollen, jeden Tag etwas hinein. Was am 1. Dezember mit einer leeren Kiste beginnt, soll sich bis Weihnachten in eine Geschenkbox mit 24 haltbaren Produkten verwandeln. Diese wird dann am Gemeindeamt abgegeben und von dort aus an die Empfänger verteilt. „Gerade in diesem besonderen Jahr würden wir uns freuen, wenn viele an diesen Aktionen teilnehmen und damit jenen Menschen, die doppelt unter der Krise leiden, einen kleinen Hoffnungsschimmer schenken“, betonen Bürgermeisterin Elisabeth Feichtinger und die Leiterin der Sozialabteilung, Sabine Brunner.

Christbaum-Spendensammlung für Kärntner Familie

Auch in Villach steht das diesjährige Weihnachtsfest im Zeichen der Solidarität: Der Adventkranz auf dem Nikolaiplatz hat sieben Meter Durchmesser und beherbergt einen Christbaum-Wunderwald. Dieser besteht aus geschmückten Christbäumen, die von engagierten Unternehmern gespendet wurden. Wer möchte, kann einen Baum erwerben und ihn an Heiligabend mit nach Hause nehmen. Der Erlös kommt einer Villacher Familie zugute, die nach einem Unglück in Not geraten ist.

Für die Familie gesammelt wird auch über den Villacher Wunschbaum: Für jede Spende ab zehn Euro darf man sich als Dankeschön ein Los vom Wunschbaum nehmen. Die Los-Gewinne werden von Villacher Betrieben gesponsert.

Amstettner Adventskalender: Hinter jedem Türchen eine gute Tat

Einen Adventkalender der anderen Art gibt es in Amstetten in Niederösterreich. So versteckt sich hinter jedem Türchen mindestens eine karitative Aktion. Der Adventskalender ist auf der Webseite der Stadterneuerung Amstetten aufrufbar, wo täglich eine neue Aktion vorgestellt wird. „Wir wollen diese karitativen Projekte in den Mittelpunkt stellen, um hilfsbedürftigen Menschen in Amstetten Hilfe und vor allem schöne Stunden im Advent zu schenken”, sagt Vizebürgermeister Markus Brandstetter. Die Amstettner sind dazu aufgerufen, noch weitere soziale Ideen einzubringen und umzusetzen. Aufgrund von Corona ist dieses Jahr so einiges anders. „Das hindert uns aber natürlich nicht daran, Weihnachtsstimmung zu verbreiten“, versichert Bürgermeister Christian Haberhauer.

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Eva Schubert

Eva Schubert

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