Vertrauen in Bürgermeister in Corona-Krise gestiegen

Eine aktuelle Umfrage des Demox-Instituts in Kooperation mit dem Gemeindebund bestätigt: Das Vertrauen in die Bürgermeister ist in der Corona-Krise enorm gestiegen. Auch wenn die im Zusammenhang mit der Corona-Krise getätigten Maßnahmen vorwiegend auf Bundes- und Landesebene beschlossen wurden, vertrauen die Bürger den lokalen Entscheidungsträgern vor Ort am Meisten.

Mit Spannung wurde das Ergebnis der kürzlich stattgefundenen Gemeinderatswahl in der Steiermark – quasi als Testwahl für die türkis-grüne Corona-Politik – erwartet. Doch Politologen und Wissenschaftler werten das Ergebnis der steirischen Kommunalwahlen weder als Abrechnung, noch als Bestätigung für die türkis-grüne Politik der Bundesregierung. Zu stark seien bei Kommunalwahlen lokale Gründe entscheidend. So war es auch nicht verwunderlich, dass nahezu alle regierenden Gemeindechefs in ihrem Amt bestätigt wurden. Nur in wenigen Gemeinden gab es Wechsel an der Spitze.

 

@Demox
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Dass die Bürger den Bürgermeistern vor Ort am meisten vertrauen und das noch mehr in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie, bestätigt auch eine aktuelle Befragung des Demox-Institutes in Kooperation mit dem Gemeindebund. Von den 2000 Befragten, stimmten 22 Prozent auf die Frage nach dem „vollen und ganzen Vertrauen“ in die Bürgermeister zu. Für 39 Prozent war das Vertrauen in die Ortschefs immerhin „überwiegend“.

Zum Vergleich: Zwei Jahre davor gaben nur 6 Prozent der Bürgermeister an, das Vertrauen ihrem Bürgermeister „voll und ganz“ zu schenken. Im Jahr 2016 waren es gar nur 4 Prozent.

Für Alfred Riedl, Präsident des österreichischen Gemeindebundes, kommt das Ergebnis nicht überraschend. „Die vorliegende Umfrage bestätigt klar und deutlich, wie wichtig die lokale Ebene in der Lebensrealität der Menschen ist. Gerade in Krisenzeiten haben die Bürgermeister vor allem als Krisenmanager weiter stark an Vertrauen gewonnen, was auch eine Bestätigung für ihre tagtägliche Arbeit für die Menschen ist. Die 2.095 Bürgermeister sind seit jeher erste und wichtigste direkte politische Ansprechpartner für die Menschen. In der Corona-Pandemie waren sie dies umso mehr“, sagt Riedl, selbst Bürgermeister in der Gemeinde Grafenwörth.

Dabei war die Corona-Krise für die Gemeinden äußerst herausfordernd: Einerseits waren die Bürgermeister als direkte Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort gefordert. Andererseits mussten die Bürgermeister die Informationen und gesetzlichen Regelungen im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen von Bund und Land auf die Gemeindeebene „transportieren“ und lokal „übersetzen“ – manchmal sogar etwas zurechtrücken. Man denke dabei an das Maibaumaufstellen, das Abhalten von Sonnwendfeuern, das Betreten von Spielplätzen, sowie das Veranstalten von Hochzeiten oder Begräbnissen.

Für Riedl jedenfalls habe sich in der Krise gezeigt, dass die Gemeinden das „pulsierende Herz“ der Demokratie sind. Riedl: „Die Bürger vertrauen ihren lokalen Politikern, weil sie täglich greifbar und nah dran an den Sorgen der Menschen sind. Die Bürger sehen direkt, wie sich Entscheidungen des Bürgermeisters und des Gemeinderates vor Ort auswirken und wie die Gemeinde dasteht. Sie haben auch klar gesehen, wie der Bürgermeister in der Krise agiert hat.“

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