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So können Gemeinden jetzt Energie für den Herbst sparen

Die eingeschränkte Versorgung von russischem Gas und die damit verbundene Energiekrise macht auch vor den österreichischen Städten und Gemeinden nicht Halt. Die Energie- und Gasversorgung betrifft die Kommunen in mehrfacher Hinsicht: Städte und Gemeinden sind als Eigentümer und Erhalter von Schulen, Kindergärten, Schwimmbädern, Sporthallen, Verwaltungsgebäuden, Krankenhäuser und Pflegeheimen mit hohen Energiekosten konfrontiert. Energiesparkonzepte sind daher auch für die Kommunen unumgänglich – am besten erfolgt die Umsetzung noch vor dem Herbst. Denn alles, was jetzt an Gas eingespart werden kann, bleibt als Reserve für Herbst und Winter erhalten.

Österreich ist stark von russischem Gas abhängig – 87 Prozent ist der Anteil Russlands an Österreichs Gasimporten. Die Lage ist sehr angespannt. Aktuell sind die österreichischen Speicher zu mehr als der Hälfte gefüllt. Dieser Vorrat entspricht ungefähr der Hälfte des österreichischen Jahresverbrauchs. Dennoch dürfen wir uns nicht darauf verlassen und ausruhen, sondern müssen weiter Energie einsparen. Denn die Speicher sind unsere Versicherung für den Winter. Je mehr wir heute an Gas einsparen, desto voller werden die Speicher.

Daher müssen wir jetzt alles dransetzen Stromerzeugung durch Gas runterzufahren, auf Klimaanlagen zu verzichten, Heizungstemperaturen zu reduzieren (18-20 Grad) und Warmwasser einzuschränken.

Die österreichischen Städte und Gemeinden sind seit Jahrzehnten Vorbilder, Trendsetter und Multiplikatoren, wenn es um Nachhaltigkeit und Energieeffizienz geht. Jede österreichische Gemeinde ist mit dem Thema vertraut und setzt seit vielen Jahren eigeninitiativ klimaschonende Maßnahmen um, ob es die Umstellung der Beleuchtung auf LED ist, die thermische Sanierung von öffentlichen Gebäuden, die Installierung von PV-Anlagen oder klimaschonende Mobilitätslösungen vor Ort sind.

Die Energie- und Versorgungskrise ausgelöst durch den Ukraine-Krieg zwingt nun nicht nur die einzelnen Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Städte und Gemeinden zu Energiesparmaßnahmen.

Einen einheitlichen Masterplan zum Energiesparen von Städten und Gemeinden gibt es in Österreich nicht. Die EU hat erstmals einen Notfallplan zur Diskussion gebracht, wie gemeinsam agiert werden kann, wenn es einen Gas-Lieferstopp aus Russland geben sollte. Dennoch arbeiten bereits viele Städte und Gemeinden eigeninitiativ und verantwortungsbewusst an Energiesparkonzepten.

Nützliche Tipps, was Städte und Gemeinden aktiv tun können, um Einsparpotenziale vor Ort zu heben, gibt es dennoch:

Dabei geht es in erster Linie um einfache Maßnahmen, die die Gemeinden rasch und kurzfristig umsetzen können, ohne allzu großen Aufwand und Einschnitte für den Betrieb zu haben.

Wie schon im privaten Bereich, geht es auch bei den Städten und Gemeinden in einem ersten Schritt um folgende Empfehlungen – auch eine Prioritätsliste nach Einrichtung ist ratsam (Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen, Kindergärten etc.)

  • Überprüfen und Entlüften der Heizungsanlagen in allen öffentlichen Gebäuden
  • In der Folge Absenkung der Temperatur in Verwaltungsgebäuden und öffentlichen Einrichtungen (1 Grad weniger spart bis zu 6 Prozent Energie, Empfehlung 18-20 Grad Raumtemperatur)
  • Klimaanlagen im Sommer abschalten und reduzieren
  • Licht sparen
  • Standby-Modi in öffentlichen Gebäuden abschalten
  • Verzicht auf Warmwasseraufbereitung in öffentlichen Gebäuden
  • Straßenbeleuchtung reduzieren (auch Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden, Wahrzeichen, Kirchen, Schaufenstern etc)
  • Ampelanlagen einschränken
  • Verzicht von Flutlichtanlagen auf öffentlichen Sportanlagen in den Wintermonaten
  • Verzicht von Weihnachtsbeleuchtung in der Gemeinde
  • Keine Beheizung von Schwimmbädern abseits der Saison
  • Verzicht von Eislaufplätzen in Gemeinden

Als längerfristige Maßnahmen zu planen:

  • Thermische Sanierung von öffentlichen Gebäuden
  • Umstellung von fossilen auf energieeffiziente Heizsysteme bei öffentlichen Gebäuden
  • Installierung von PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden
  • Umsetzung von Energiegemeinschaften
  • Installierung von Blackout-Plänen und Sicherheitskonzepten

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Reduzieren von Straßenbeleuchtungen oder Ampeln im Straßenverkehr speziell im Schadensfall (Haftungsfragen) werden mit den zuständigen Stellen noch abgeklärt.

Eine drohende Energie- und Versorgungskrise ist nur im Schulterschluss mit Bund, Ländern, Gemeinden und Bevölkerung zu bewerkstelligen. Da ist Solidarität und Zusammenhalt mehr denn je gefragt. Die Städte und Gemeinden werden jedenfalls ihren Beitrag leisten – in der Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger.

Nützliche Links zum Energiesparen in den Gemeinden:

In den Ländern gibt es auch unterschiedliche Initiativen, wie etwa:

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Sotiria Peischl, MA

Sotiria Peischl, MA

Pressereferentin, Chefredakteurin Kommunalnet.at | sotiria.peischl@gemeindebund.gv.at
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