Leobersdorf setzt auf WhatsApp

14.8.2017 – Als allererste Gemeinde in Österreich nutzt Leobersdorf den Messengerdienst WhatsApp zur Bürgerinformation. Begonnen wurde im April 2017 und mittlerweile gibt es schon rund 300 Abonnenten, die den Nachrichtenservice der Gemeinde nutzen.

Bürgerkommunikation 3.0 in Leobersdorf: Aktuelle Nachrichten, Infos zu Baustellen oder Straßensperren, Sicherheitswarnungen, Eventnews oder neue Angebote der Gemeinde kommen nun so schnell wie nie zuvor am eigenen Mobiltelefon an. Vizebürgermeister Harald Sorger ist die treibende Kraft hinter dem Projekt.

Die Bürger müssen nur an das Rathaus “whatsappen”, um Missstände in der Gemeinde zu melden. (Bild: ZVG)

Anfänge einer einzigartigen Idee

Seit einiger Zeit hat sich die Gemeinde mit Multichannel Kommunikation beschäftigt, da es öfter Schwierigkeiten gab, zum Bürger durchzudringen. “Das Amtsblatt erscheint nur vier Mal im Jahr, eine Postwurfsendung wird oft weggeworfen und bis Plakate aufgehängt werden, ist es meistens schon zu spät”, meint Harald Sorger, Vizebürgermeister und Kulturreferent der Gemeinde Leobersdorf. Angefangen hat das Ganze mit einer Gemeindeapp, in der Neuigkeiten zu finden waren und es möglich war, einen Brief an den Bürgermeister zu schicken. Diese Art der Kommunikation war nur einseitig, da keine Rückmeldungen der Bürger kamen.

Der Vizebürgermeister war am Anfang noch nicht an WhatsApp interessiert. Doch mit der Zeit kam die Neugier: “Ich habe dann selber Nachrichtenservices von Ö3 oder der ZIB 100 getestet und habe schnell gemerkt, dass man so viel mehr Leute erreichen kann”, so Sorger zur Idee. “Dann habe ich mir angesehen, wie diese Nachrichten aufgebaut sind und habe mich bei der Firma ATMS in Wien erkundigt, ob das für unsere Gemeinde möglich wäre.” Mit dem Dienst WhatsATool können Nachrichten bequem vom Computer aus an mehrere Abonnenten verschickt werden. Nicht alle Gemeindebediensteten waren sofort von der Idee begeistert. Doch nach vielen Gesprächen und Diskussionen konnten schlussendlich doch alle überzeugt werden. Lediglich ein paar Mitarbeiter wurden mit dem Messengerdienst vertraut gemacht und arbeiten gemeinsam in einer Gruppe, um die Neuigkeiten der Gemeinde an die Bürger weiterzuleiten.

Durch lustige Emojis wird versucht, die Bürger auf Nachrichten aufmerksam zu machen, die manchmal eher überlesen werden.(Bild: ZVG)

Ziel: Immer und überall informiert sein

“Den Bürger dort erreichen, wo er gerade unterwegs ist – das wollen wir mit unserem neuen WhatsApp-Service und damit sind wir die Pioniere in Österreich. Sieben von zehn Handys verwenden hierzulande bereits WhatsApp, laut Studien lesen acht von zehn Benutzern eingehende Nachrichten binnen einer Stunde. Das bringt unseren Bürgern einfach den Info-Vorsprung”, so Sorger.

Neben dem Basis-Infokanal können auch zusätzliche Spezial-Kanäle wie “Events” oder “Freibad” registriert werden. Sorger: “Je nach abonniertem Kanal erfährt der Bürger, ob heute das Freibad wegen Schlechtwetter geschlossen ist, oder wann der Verkauf von Veranstaltungstickets startet.” Ein wöchentlicher Newsflash sorgt für brandaktuelle Kurzinfos und liefert Links zu weiterer Auskunft. Ebenso können die Leobersdorfer direkt an das Rathaus “whatsappen” und ihre Fragen stellen oder Fotos einsenden. Dadurch entstehen für den Bürger weniger Hemmungen, und nun ist es viel einfacher Missstände in der Gemeinde aufzudecken, da die Bürger nicht mehr anrufen müssen um ein Problem zu melden. Das Anliegen wird dann zum zuständigen Bürgerservice weitergeleitet, um eine rasche Lösung zu finden.

Spürbare Erfolge – eine weitere Gemeinde folgt dem Trend

Schnell war klar, dass der Nachrichtenservice Erfolg hat. Viele Rückmeldungen von den Nutzern und die rasch ansteigende Zahl an Abonnenten zeigten, dass das Angebot der Gemeinde gschätzt wird und die Bürger das auch gerne nutzen. Mittlerweile sind es rund 300 Abonnenten, die den Service in Anspruch nehmen. Auch die Spezialabos werden von den Bürgern sehr gut angenommen. Wenn man sich gestört fühlt, weil man zu viele Neuigkeiten bekommt, kann man den Whatsapp-Dienst natürlich abbestellen oder nur auf die wöchentlichen News-Flashs reduzieren. Es wird versucht zwischen Veranstaltungstipps und chronikalen Ereignissen, auch Gemeindeneuigkeiten unterzubringen, damit alle Bürger über die Tätigkeiten der Gemeinde Bescheid wissen. Auch die niederösterreichische Gemeinde Hennersdorf nahe Wien zieht nach und versorgt ihre Bürger mit Echtzeitnachrichten. Doch Vorreiter dieses Projekts in Österreich war die Gemeinde Leobersdorf.

Die Kosten sind überschaubar

Auch die Finanzierung war ein wichtiges Thema für die Gemeinde. Vizebürgermeister Harald Sorger informierte sich bei der Firma ATMS, was dieser Servie kosten sollte. Zu dem Zeitpunkt dachte er, dass dieser Serivce für die Gemeinde womöglich nicht leistbar ist, da es ansonsten nur große Firmen nutzen. Doch er freudig überrascht, als man ihm sagte, dass das Paket für diese Anzahl an Abonnenten nur 50 Euro kosten würde. Da die Gemeinde auch die SMS-Kosten der Nutzer übernimmt, kommen sie im Monat auf 70 bis 75 Euro. Pro Nutzer wird eine Gebühr von fünf Cent eingehoben. Beschwert hat sich über diese Ausgaben noch niemand. “Die Kosten für diesen Service sind vergleichbar mit den Telefonkosten. Sie sind genauso erforderlich, um den Bürgern mitzuteilen, wo ihr Geld hingeht”, sagt Sorger.

Anmeldung zum WhatsApp-Service

Die Registrierung zum neuen Gemeindeservice ist denkbar einfach: Auf der Homepage der Gemeinde Leobersdorf wird die eigene Handynummer eingetragen, die Nummer der nachfolgenden Bestätigungs-SMS fügt der Nutzer am eigenen Handy einfach als “Leobersdorf” zu den Telefonkontakten hinzu. Ein freundliches “Hallo” an den neuen Kontakt in WhatsApp aktiviert schließlich den Info-Service. Den Link zur Anmeldung finden Sie in nebenstehender Box.

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Vizebürgermeister Harald Sorger und Bürgermeister Andreas Ramharter wollen, dass die Bürger immer und überall bestens informiert sind.

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