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GOOD-PRACTICE 3: Dekarbonisierung der Wirtschaft

Simone Hoepke
Kurier

Die EU will das gesetzte Nullemissionsziel bis 2050 erreichen. Dafür sind geschätzte Investitionen in Höhe von 28 Billionen Euro nötig. Der Energiemix muss sich ändern, neue Technologien zur Marktreife gebracht werden. Ein Kraftakt, der nur gemeinschaftlich machbar ist. Partnerschaften zwischen Unternehmen und Financiers sind wichtiger denn je, wenn wir auch morgen ohne Einschränkungen leben wollen.

Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen, dass an der Dekarbonisierung der Wirtschaft kein Weg vorbeiführt. Gleichzeitig steigt der Energiebedarf mit den Ansprüchen der Gesellschaft an Digitalisierung, Breitband-Anbindung und Mobilität. Für das effiziente Funktionieren der Gesellschaft sind Investitionen in die Infrastruktur unerlässlich. „Um die Ziele zu erreichen, müssen in Europa die Solar-PV-Kapazitäten verdreifacht und jene für Windenergie ver-2,5-facht werden“, veranschaulicht Birgit Brinda, Deputy Head of Banking, Kommunalkredit. „Das alles in den nächsten acht Jahren. Bei den heutigen, durchaus langwierigen Planungsprozessen, eine interessante Challenge.“ Die Kommunalkredit hat unter anderem das Joint-Venture „Peak Sun“ mit der eww Anlagentechnik gegründet und baut gemeinsam mit der OMV Österreichs größte Elektrolyseanlage in der Raffinerie Schwechat.

Aus Sicht von Nikolaus Roessner, Direktor des Infrastrukturinvestors Infracapital, befinden wir uns in einem „Once-in-a-Generation“-Transformationsprozess. Nicht nur der Energiemix muss sich ändern, es braucht auch Innovation in Produktion, Technologie und Infrastruktur. Dabei sind viele Projekte risikobehaftet, welche Technologien sich letztlich durchsetzen werden, ist schwer vorhersehbar. Firmen allein können die nötigen Investitionen und damit verbundenen Risiken nicht stemmen, die Zusammenarbeit mit Investoren ist so unerlässlich. „Das Geld bzw. die Investoren sind da“, appelliert Roessner, „groß und damit in skalierbaren Geschäftsmodellen“ zu denken. Die Digitalisierung Österreichs, Stichwort Glasfaserausbau, sieht der er als „eine Chance, den ländlichen Raum aufzuwerten und die Wienlastigkeit zu reduzieren“.

Die OMV steckt mitten in einem Transformationsprozess und beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Wasserstoff. „Für Industrieprozesse, aber auch für einen Teil der Mobilität wird Wasserstoff unerlässlich sein, wenn wir alle gemeinsam CO2-neutral werden wollen“, sagt Michael Sattler, Head of Business Development bei der OMV. Für den Transformationsprozess des Mineralölkonzerns werde die OMV riesige Mengen an CO2-neutralem Wasserstoff benötigen und damit große Mengen an erneuerbarem Strom. Weder in Österreich noch in Europa sind diese Mengen herstellbar. Deshalb beschäftigt sich die OMV intensiv mit dem Thema Importe. Sattler: „Gerade für die österreichischen Industrieunternehmen ist die Verfügbarkeit von CO2-neutralem Wasserstoff in ausreichenden Mengen ein absolutes Muss, um die Dekarbonisierung der Industrie zu schaffen.“