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Ebner: „Es braucht Investitionen am Land“

Willibald Ebner wurde am 1. August 2018 zum neuen Ortschef der Gemeinde Breitenau am Hochlantsch in der Steiermark gewählt. Grund dafür ist eine Vereinbarung, die bei der Gemeinderatswahl 2015 beschlossen wurde. ÖVP und FPÖ teilten sich damals die Bürgermeisterfunktion auf und somit übergab Alexander Lehofer nun nach drei Jahren sein Amt.

Abwechslungsreiche Karriere

Willibald Ebner ist gebürtiger Breitenauer und wohnt heute noch in dem Haus, wo er vor 61 Jahren geboren wurde. Nach der Hauptschule absolvierte er in Wien die Ausbildung zum Textiltechniker. Nach seinem Abschluss leistete er den Präsenzdienst, wobei aus acht Monaten drei Jahre wurden. Anlass dazu war ein Auslandseinsatz bei der UNO auf dem Golan. Nach dem Heer übte Ebner schließlich in Graz seinen erlernten Beruf in einem Textilverarbeitungsbetrieb aus. Währenddessen wurde jedoch der Wunsch nach Abwechslung größer: „Ich habe mir dann gedacht, ich muss wieder was anderes machen, das kann es nicht sein mein ganzes Leben lang.“

Mit dem LKW-Führerschein aus der Bundesheerzeit bewarb er sich schließlich als Fernfahrer. „Meine Leidenschaft fürs Motorradfahren hat mich aber damals aus der Bahn geworfen“, erinnert sich Ebner. Nach einem Motorradunfall folgte monatelanger Krankenstand. Danach beschloss er schließlich, sich mit einer chemischen Kleiderreinigungsfirma selbstständig zu machen. Da die ersten Jahre als Jungunternehmer bekanntlich die schwersten sind, arbeitete Ebner ab 1991 nebenbei im Bergbau in der Gemeinde. Seine Frau führte in der Zwischenzeit die Reinigungsfirma weiter.

Vom Einzelkämpfer zum Bürgermeister

Seit 2000 sitzt Ebner im Gemeinderat, wo er jedoch bis 2015 als Einzelkämpfer für seine Partei eintrat. Dies sei für ihn auch ein Grund, Bürgermeister der 1.700-Einwohner-Gemeinde zu werden: „Wenn man schon 18 Jahre im Gemeinderat sitzt, hat man auch der Bevölkerung gegenüber die Verpflichtung, dass man etwas durchsetzt“, erklärt er.

Erneuerbare Energien und Hochwasserschutz zentrale Anliegen

In seiner zukünftigen Amtszeit will der zweifache Familienvater „viel für die Bürger machen. Wieviel man davon aber umsetzen kann, steht auf einem anderen Blatt Papier.“ Vor allem die bereits laufenden Projekte will er weiterhin stärken. Beispielsweise soll der Kindergarten, der sich momentan sehr außerhalb befindet, wieder in das Ortszentrum verlagert werden. Ein Platz dafür ist bereits gefunden, nämlich die ehemalige NMS/Hauptschule, die seit einigen Jahren leer steht. Auch der Ausbau für erneuerbare Energie ist ihm ein wichtiges Anliegen. Das Hallenbad in der Gemeinde ist bereits mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet, weitere öffentliche Gebäude sollen folgen. Mit Verweis auf die kommende 60-Jahre-Hochwasser-Gedenkfeier im Ort will Ebner auch den Hochwasserschutz in den Fokus rücken. „Man weiß nie, was auf einen zukommt und unsere Gemeinde ist in den letzten Jahren schon recht gebeutelt worden.“

Bürgermeister sollte offen und ehrlich sein

Ein Bürgermeister sollte laut ihm ein offenes Ohr für die Bevölkerung haben und vor allem keine unmöglichen Dinge versprechen. Auf die Frage, was ihn denn auszeichne, antwortet Ebner mit Humor: „Ich habe 95 Kilo, ich stelle also schon was dar, aber was mich auszeichnet, das weiß ich nicht. Das können nur andere beurteilen.“

„Es braucht mehr Investitionen am Land“

„Ich wünsche mir vom Land, dass man nicht nur stolz auf den ländlichen Raum ist, sondern auch Taten gesetzt werden. Die Regierung investiert so viel in den Speckgürtel der Städte, während das Leben am Land immer schwieriger wird.“ Ebner nennt als konkretes Beispiel den öffentlichen Verkehr: „Am Land gibt es oftmals keine gescheiten Busverbindungen, wenn es überhaupt noch einen Bus gibt. Mit dem Auto dürfen wir nicht in die Stadt, aber am Wochenende kommt die Stadt mit dem Auto aufs Land.“ Er streicht dabei heraus: „Vor allem das Pendeln wird immer schwerer. Die Regierung sollte nicht auf Investitionen am Land vergessen.“




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