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Das sind die Heimatgemeinden der Regierungsmitglieder

Jeder und jede ist irgendwo zu Hause – auch die Mitglieder der Bundesregierung. Wir haben recherchiert, in welcher Gemeinde die Politiker:innen zumindest einen Teil ihrer Kindheit verbracht haben. Eines muss man ihnen lassen: Ihre Ursprünge sind über fast alle neun Bundesländer verstreut.

Wien, nur du allein…?

Der Kanzler selbst ist in Wien geboren, hat hier das Gymnasium besucht und lebt heute auch im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing. Sein Elternhaus aber befindet sich in Klosterneuburg in Niederösterreich.

Seine steirische Herkunft lässt sich Vizekanzler Werner Kogler bekanntlich „anhören“. Er kommt ursprünglich aus St. Johann in der Haide im Osten der Steiermark, nahe der burgenländischen Grenze. Bis heute soll der Grüne Spitzenpolitiker in seiner Heimatgemeinde gemeldet sein.

Etwas exotischer als im bodenständigen steirischen Hinterland gestaltete sich wohl die Kindheit des Außenministers Alexander Schallenberg. Er wurde in Bern in der Schweiz geboren und wuchs in Indien, Paris und Spanien auf – den Botschafterstationen seines Vaters, der Diplomat und Generalsekretär des Österreichischen Außenministeriums war.

Der Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher hingegen stammt aus dem Salzburger Pongau – genauer gesagt Altenmarkt im Pongau. Die Tourismusgemeinde ist gehörig stolz auf „ihren Minister“, auch wenn er nicht der einzige prominente Sohn der Gemeinde ist: Auch die Skirennläufer Hermann Maier und Michael Walchhofer kommen aus Altenmarkt.

Über Martin Polascheks Kindheit ist wenig bekannt. Dass der Bildungsminister den Grundstein seiner eigenen Schulbildung im Gymnasium in Bruck an der Mur legte, gilt aber als sicher. Dort hatte der Steirer auch seine erste “Führungsposition” in einer Bildungseinrichtung – als Schulsprecher.

Weiter westlich – recht viel westlicher geht nicht – ist Magnus Brunner aufgewachsen. Der Finanzminister nennt das Vorarlberger Höchst seine Heimat, wo er auch von 2000 bis 2004 Teil der Gemeindevertretung war.

Wer die Wurzeln von Gerhard Karner, dem Innenminister, sucht, wird schnell fündig. Der ehemalige Bürgermeister von Texingtal in Niederösterreich ist bis heute in der Ortschaft und ehemals eigenständigen Gemeinde Sankt Gotthard beheimatet.

Wie Außenminister Schallenberg ist auch Justizministerin Alma Zadić nicht in Österreich aufgewachsen. Ihre Kindheit war aber von der Flucht aus Tuzla in Bosnien nach Wien geprägt. Zadić war damals zehn Jahre alt. In Österreich besuchte sie in den Wiener Bezirken Favoriten (10.) und Rudolfsheim-Fünfhaus (15.) die Schule.

Das grüne Herz Österreichs stellt einige Regierungsmitglieder: Mit Leonore Gewessler stammt eine weitere Ministerin aus der Steiermark – konkret aus St. Marein bei Graz.

Klaudia Tanner, Verteidigungsministerin, ist währenddessen in der niederösterreichischen Ortschaft Perwarth (Gemeinde Randegg) aufgewachsen. Heute lebt sie in der Nachbargemeinde Gresten, wo sie längere Zeit in der Kommunalpolitik aktiv war.

Als Kommunalpolitiker hat auch der Gesundheitsminister Johannes Rauch gestartet. In seiner Heimat Rankweil in Vorarlberg war er als Umweltgemeinderat tätig.

Aus Oberösterreich, genauer gesagt aus Ampflwang im Hausruckwald, kommt auch ein Regierungsmitglied: Die heute in Niederösterreich beheimatete Familienministerin Susanne Raab ist in der Hausruckgemeinde aufgewachsen.

Eine gebürtige Salzburgerin ist Karoline Edtstadler, Verfassungsministerin. Sie ist in der Flachgauer Gemeinde Elixhausen aufgewachsen, wo bis heute noch ihre Eltern leben und wo sie immer noch enge Kontakte pflegt. Politisch begonnen hat sie aber als Gemeindevertreterin in Henndorf am Wallersee, ihrer damaligen Heimatgemeinde. Heute wohnt die Ministerin am Wiener Stadtrand.

Mit Kommunalpolitik hat auch die politische Karriere von Jugend-Staatssekretärin Claudia Plakolm begonnen. In die Wiege gelegt wurde ihr dies bereits durch den Vater, Bürgermeister ihrer Heimatgemeinde Walding im oberösterreichischen Mühlviertel. Mit Walding ist Plakolm weiterhin eng verbunden, wo sie sich ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen engagiert.

Ein neuer Osttiroler in der Bundesregierung ist Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, der auf einem Bauernhof in Tristach in Osttirol aufgewachsen ist. Heute lebt Totschnig in Wien. Eine Rückkehr in die Osttiroler Gebirgstäler schloss er in einem Interview 2019 nicht aus.

Über das Privatleben von Staatssekretärin für Kultur, Andrea Mayer, ist wenig bekannt. Die Niederösterreicherin wurde in Amstetten geboren, wo sie auch das Gymnasium besuchte.

Susanne Kraus-Winkler ist seit kurzem Staatssekretärin für Tourismus. Sie stammt ursprünglich aus Groß-Enzersdorf, wo sie am elterlichen Gasthof aufgewachsen ist. Die Marchfeld-Gemeinde im östlichen Großraum von Wien ist bis heute ein wichtiger Rückzugsort für die Staatssekretärin.

Florian Tursky zählt hingegen zu den Tirol-Vertretern unter den Mitgliedern der Bundesregierung. Der gebürtige Innsbrucker ist der neue Staatssekretär für Digitalisierung und Breitband.

Am meisten Niederösterreicher, Westen gut vertreten

Insgesamt fällt auf, dass das größte Bundesland auch das in der Regierung am besten repräsentierte ist. Von den Mitgliedern der Bundesregierung kommen fünf aus Niederösterreich. Drei Regierungsmitglieder sind ursprünglich aus der Steiermark, und jeweils zwei sind aus Salzburg, Vorarlberg, Oberösterreich und Tirol. Zwei Personen sind nicht in Österreich aufgewachsen. Aus den Bundesländern Kärnten, Burgenland und Wien kommt kein einziges Regierungsmitglied, dafür ist der Westen proportional relativ stark vertreten.

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Eva Schubert

Eva Schubert

Am 11. Mai 2022 wurde mit Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler (2.v.r.) und Staatssekretär Florian Tursky (r.) neue Regierungsmitglieder angelobt. Im Bild mit Bundeskanzler Karl Nehammer (2.v.l.), Bundespräsident Alexander Van der Bellen (m.l.), Vizekanzler Werner Kogler (l.) und Bundesminister Martin Kocher (m.r.). ©BKA/Florian Schrötter

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