Aktionsprogramm soll Schutzwald schützen

Der Wunsch nach Freiheit abseits der touristischen Pfade bringt eine Beunruhigung der Wildtiere bis hinauf in die höchsten Schutzwälder. Diese sichern Siedlungs-, Wirtschafts- und Kulturraum sowie kritische Infrastrukturen gegen Naturgefahren.

Durch die Pandemie ist die Sehnsucht nach Bewegung in der Natur gewachsen. Viele Wintersportlerinnen und –sportler haben z. B. das Schitourengehen für sich entdeckt. Der Run auf die verschneite, unberührte Natur hat aber auch Schattenseiten: Junge Bäume können stark beschädigt werden, Wildtiere beunruhigt. Auch Trendsportarten mit Gleitschirmen wie “Speedflying” oder “Speedriding” beeinträchtigen die notwendige Ruhe der Wildtiere.

Nicht nur die Freizeitnutzung konfrontiert den Schutzwald mit Herausforderungen. Der Klimawandel und damit vermehrt auftretende Extremwettereignisse belasten den Schutzwald in seiner Funktionalität. Zudem stagniert der Holzpreis seit Jahren. Für Waldeigentümerinnen und –eigentümer muss sich die Pflege wieder lohnen.

Wald schützt uns

In Österreich haben 1,2 Millionen Hektar Wald eine primäre Schutzfunktion. Das entspricht fast der gesamten Siedlungsfläche Österreichs. Fast jede vierte Österreicherin und jeder vierte Österreicher profitiert direkt vom Schutzwald als grüne, kostengünstige und nachhaltig wirkende Schutzinfrastruktur. Erhalt und Verbesserung der Schutzfunktion der Wälder ist deshalb eine zentrale Aufgabe der österreichischen Waldpolitik.

Das Aktionsprogramm „Schutzwald“ der Bundesregierung verbessert hier Orientierung und Planbarkeit von Maßnahmen zur Erhaltung und dem Ausbau der Schutzfunktionalität.

Folgende Zielsetzungen sind essentiell:

  • Rasche Wiederherstellung bzw. Ausbau der Schutzfunktionalität der Wälder.
  • Verstärktes Bewusstsein, welche Leistungen der Wald zum Schutz von Eigentum und Lebensraum leistet – Begünstigte zu Beteiligten machen.
  • Schutzwälder werden klimafit und resilienter gegen biotische und abiotische Gefahren und deren Folgewirkungen.
  • Nachhaltige und ausgewogene Raumnutzungsansprüche an den Schutzwald sind zwischen den involvierten Akteuren ausbalanciert.
  • Akteure, die den Nutzen haben, beteiligen sich angemessen an den Maßnahmen zur Sicherung.
  • Die Bewirtschaftung soll sich für Waldbesitzer wieder lohnen.
  • Wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere ist zu erhalten.
  • Forschung und Ausbildung erweitern die Wissens- und Entscheidungsbasis für Anpassungen im Schutzwald.

Gemeinsam für den Schutzwald

Das Aktionsprogramm legt zudem eine einheitliche Darstellung der Schutzwaldflächen fest, um eine effiziente Unterstützung der Forstbehörden und Eigentümerinnen und Eigentümer zu gewährleisten. Der Schutzwald soll in Kooperation mit regionalen Partnern stärker vor Ort positioniert werden und in größeren Planungseinheiten wie Gemeinden in einer Integralplanung behandelt werden. Zentrales Element ist ein dauerhafter Dialog aller Akteure, sowohl auf Bundesebene als auch in den Ländern, Regionen und Gemeinden.

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