So reagierten Gemeinden auf die Krise

Gemeinden reagierten schnell und effektiv auf die Strukturveränderungen und Herausforderungen der Krise: so eine Studie der FH Kärnten. In 91 Befragungen von Kommunen und Bezirken stellte diese die Frage nach der Betroffenheit und den Learnings aus der Pandemie.

Eine Pandemie dieses Ausmaßes hätte sich noch vor einigen Monaten kaum jemand vorstellen vermocht, wie darauf reagiert wird schon gar nicht. Die veränderten Umstände und gesetzten Maßnahmen wurden jedoch schnell umgesetzt und angenommen. Vor allem auf kommunaler Ebene musste zur Eindämmung des Coronavirus schnell gehandelt werden. Wie genau Bezirke und Gemeinden auf die Krise reagierten, interessierte die FH Kärnten. Gemeinsam mit der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer ging die Fachhochschule der Betroffenheit und den Reaktionen der österreichischen Kommunen in der Covid-19-Krise auf den Grund. Ein Fazit: Die Gemeinden agierten souverän, weil sie unter anderem auch schon auf Strukturen, die in der Flüchtlingskrise entstanden, zurückgreifen konnten.

Krise als Chance zur Entbürokratisierung

Im April und Mai 2020 wurden 91 Gemeinden und Bezirke 16 Fragen zur Coronakrise gestellt. Dabei stellte sich etwa heraus, dass die meisten der Befragten überaus zufrieden mit sich sein können: 85 Prozent stimmten zu, dass ihre Behörde ihr Leistungs- und Innovationsvermögen während der Krise (sehr) effektiv unter Beweis stellte. In den offenen Kommentaren der Umfrage spiegelt sich aber wider, dass sich die Befragten wünschten, die Krise als Chance für mehr Bürokratieabbau zu nutzen.

Positiv beurteilt wurde außerdem, dass bisherige Bemühungen, die Verwaltungen auf allen Ebenen zu digitalsieren, aus der Not heraus endlich Früchte trugen. Bei fast allen Befragten wurde der Kundenkontakt auf digitale oder telefonische Weise durchgeführt. Außerdem gab über die Häfte der Befragten an, dass der Kontakt zu anderen Behörden und auch Ehrenamtlichen in der Krise intensiviert wurde. Gemeinden erledigen täglich eine Vielzahl an komplexen Aufgaben – besonders in der Krise, aber auch sonst, ist der Einbezug verschiedener Netzwerke relevant und hilfreich.

Aus Vergangenem lernen

Dass vor allem die wirtschaftliche Krise, die die Welt in Konsequenz der Pandemie treffen wird, noch in den Babyschuhen steckt, ist leider klar. Doch die Studie der FH Kärnten gibt einen interessanten ersten Einblick auf die Reaktionsmuster der Gemeinden auf die Krise – und auch welche Learnings man daraus ziehen kann. Die ganze Studie gibt es nachzulesen auf der Homepage der Fachhochschule.

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Emina Ayaz

Emina Ayaz

Im April und Mai 2020 wurden 91 Gemeinden und Bezirke 16 Fragen zur Coronakrise gestellt. ©cirquedesprit - Fotolia.com

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