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Pflege in stationären Einrichtungen nimmt zu

Im Jahr 2019 wurden laut Statistik Austria 153.152 ältere Menschen durch mobile Dienste (z. B. Hauskrankenpflege, Heimhilfe) zu Hause betreut bzw. gepflegt, das waren etwas weniger als im Vorjahr (-334 bzw. -0,2%). In stationären Einrichtungen, wie Altenwohn- und Pflegeheimen, waren 96.458 Personen untergebracht, um 1.258 (+1,4%) mehr als 2018. Die anderen professionellen Dienste wurden demgegenüber wesentlich weniger in Anspruch genommen.

Der Großteil (57%) der insgesamt 272.931 von den Ländern und Gemeinden über die Sozialhilfe oder Mindestsicherung finanziell unterstützten Betreuungs- und Pflegeverhältnisse entfiel auf den häuslichen Bereich (mobile Dienste, Alltagsbegleitungen/Entlastungsdienste), 43% auf außerhäusliche Angebote (teilstationäre und stationäre Dienste, alternative Wohnformen). Die Anzahl der außerhäuslich betreuten Personen stieg in den vergangenen fünf Jahren (2014 bis 2019) deutlich stärker (+16.500 bzw. +16%) als die der im häuslichen Umfeld Betreuten (+12.800 bzw. +9%). Die Entwicklung verlief dabei je nach Bundesland sehr unterschiedlich und reichte von leichten Rückgängen bis zu starken Zuwächsen .

Hoher Frauenanteil in Betreuung und Pflege

Mehr als 80% der in stationären Einrichtungen und knapp drei Viertel der zu Hause betreuten bzw. gepflegten Menschen waren 75 oder mehr Jahre alt; der Anteil der Hochbetagten (85 oder älter) betrug in den Heimen 52% und bei den mobilen Dienste 39% (Stand jeweils Ende 2019). Die stationär versorgten Personen haben im Durchschnitt einen wesentlich höheren Pflegebedarf als die Klientinnen und Klienten der anderen Betreuungs- und Pflegedienste, sodass auch die höheren Pflegegeldstufen hier stärker vertreten sind: 73% bezogen ein Pflegegeld der Stufen 4 bis 7, während es bei den mobilen Diensten nur 32% waren.

Frauen stellen nicht nur als zu betreuende/pflegende Personen die große Mehrheit, sondern sind in noch stärkerem Ausmaß selbst als Betreuungs- und Pflegepersonen tätig: Ende 2019 waren insgesamt mehr als zwei Drittel der Betreuten (mobil: 66%, stationär: 72%) und 88% des Personals weiblich (mobil: 92%, stationär: 86%).

Der Personalstand der Betreuungs- und Pflegedienste lag Ende 2019 bei insgesamt 69.291 Voll- und Teilzeitbeschäftigten, das entsprach 49.792 Vollzeitäquivalenten. Knapp zwei Drittel der Beschäftigten (knapp drei Viertel in Vollzeitäquivalenten) arbeiteten in der stationären Lang- und Kurzzeitpflege, während in den mobilen Diensten weniger als halb so viele Personen beschäftigt waren, bei einem gleichzeitig höheren Anteil von in Teilzeit tätigem Personal. Der Personalstand (in Vollzeitäquivalenten) ist in den vergangenen fünf Jahren (Ende 2014 bis Ende 2019) im stationären Bereich sowohl absolut (+3.652) als auch prozentuell (+11,3%) deutlich stärker gestiegen als bei den mobilen Diensten (+957 bzw. +8,2%).

Finanzierung aus Sozialhilfe und Eigenmittel

Für die Betreuungs- und Pflegedienste insgesamt (inkl. Case- und Caremanagement) wurden im Jahr 2019 rund 4,2 Mrd. Euro ausgegeben (+278 Mio. Euro bzw. +7,1% gegenüber dem Vorjahr). Mehr als die Hälfte davon (59%) steuerten die Länder und Gemeinden aus Mitteln der Sozialhilfe oder Mindestsicherung bei (Nettoausgaben: +171 Mio. Euro bzw. +7,4%). Die betreuten Personen selbst hatten (vor allem aus ihren Pensionen und Pflegegeldern) mehr als ein Drittel (36%) zu bestreiten (+102 Mio. Euro bzw. +7,2%); der Rest (5%) stammte aus anderen Quellen (z. B. Landesgesundheitsfonds, Krankenversicherung; siehe Tabelle 4). 84% der Ausgaben für die Betreuungs- und Pflegedienste entfielen auf den außerhäuslichen, 16% auf den häuslichen Bereich.

Bei der Zusammensetzung der Finanzierung auf Bundesländerebene war der von der Sozialhilfe/Mindestsicherung getragene Anteil in Wien mit 65% am höchsten und in Tirol mit 47% am niedrigsten. Dementsprechend stark variierte auch der Eigenanteil der unterstützten Personen zwischen 30% (Wien) und 53% (Tirol). Die Beiträge und Ersätze fielen bei den mobilen Diensten (19%) anteilsmäßig im Durchschnitt um die Hälfte geringer aus als in den stationären Einrichtungen (40%). Allerdings sind die mobilen Dienste hier untererfasst, weil sie in einigen Ländern (Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Salzburg) zur Gänze oder großteils mit den leistungserbringenden Diensten direkt verrechnet werden und damit nicht in den öffentlichen Budgets aufscheinen.

Im Zeitraum von 2014 bis 2019 stiegen die Bruttoausgaben für die Betreuungs- und Pflegedienste um 27% (+879 Mio. Euro), die Nettoausgaben um 33% (+819 Mio. Euro). Erstere wuchsen prozentuell schwächer als letztere, weil die Einnahmen aus Beiträgen und Ersätzen nur um 18% (+231 Mio. Euro) stiegen – nicht zuletzt wegen der Anfang Jänner 2018 in Kraft getretenen Abschaffung des Pflegeregresses bei der Unterbringung in stationären Einrichtungen. Auch in der Ausgaben- und Einnahmenentwicklung der vergangenen fünf Jahre gab es große Unterschiede zwischen den Bundesländern.

(Quelle: Statistik Austria)

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