Die Vorschüsse auf die Gemeinde-Ertragsanteile im Jänner 2026 (vor Abzug der Gemeinde-BZ-Mittel sowie der Umlagen und Beiträge durch die Länder) liegen gemäß den aktuellen Zahlen des Finanzministeriums im Monatsvergleich mit dem Jänner 2025 bei den Gemeinden ohne Wien bei starken plus 6,8 Prozent (Wien 6,9 Prozent). Für die gegenständlichen Vorschüsse relevant ist das November-2025-Aufkommen an gemeinschaftlichen Bundesabgaben. Hauptgrund für die gute Entwicklung der Jänner-Vorschüsse ist der deutliche Aufkommenszuwachs an Umsatzsteuer (+10,7 Prozent). Dem konnte auch eine schwächelnde Lohnsteuer (nur +1,7 Prozent im Monatsvergleich mit November 2024) nichts anhaben, zumal sich auch die Kapitalertragsteuern auf Zinsen und Dividenden und die Grunderwerbsteuer gut entwickelten.
Tiroler Vorschüsse sogar zweistellig im Plus
Das bundesländer- und monatsweise Ergebnis der Grunderwerbsteuer (die zu knapp 94 Prozent den Gemeinden zukommt und nach dem örtlichen Aufkommen dem jeweiligen Ertragsanteile-Landestopf zugeschlagen wird) führt auch diesmal wieder zu länderweise sehr unterschiedlichen Entwicklungen bei den aktuellen Vorschüssen, die spätestens bis zum 23. des Monats durch die Länder an die Gemeinden zu überweisen sind. Während die Grunderwerbsteuer (österreichweit +27 Prozent) in Tirol um über 70 Prozent im Monatsvergleich gegenüber dem Vorjahr zulegte, stieg das örtliche Aufkommen der Grunderwerbsteuer in Oberösterreich und der Steiermark „nur“ um etwa 9 Prozent. Infolgedessen verzeichnen die aktuellen Vorschüsse auf die Tiroler Gemeinde-Ertragsanteile mit +10,2 Prozent das deutlich beste länderweise Ergebnis, während die Jänner-2026-Vorschüsse der oberösterreichischen und steirischen Gemeinden mit 5,6 Prozent das „schlechteste“ Ergebnis zeigen.
Konrad Gschwandtner
Konrad Gschwandtner, Bakk BA ist Fachreferent beim Österreichischen Gemeindebund