Kann man als Bürgermeisterin eigentlich in Karenz gehen? Jaein. Aktuell geht das gesetzlich nur in Salzburg und Niederösterreich. Im Rest Österreichs gibt es keine derartige Regelung. Das war auch für Bianca Fürst, Bürgermeisterin von Hochwolkersdorf, neu. Die 33-Jährige Niederösterreicherin ist aktuell im Mutterschutz und hat nur noch wenige Tage bis zur Geburt ihres ersten Kindes. Danach geht sie in Karenz. Damit ist sie die erste Bürgermeisterin in Niederösterreich, die per Gesetz ein Jahr in Karenz gehen kann.
„Ich bin wirklich froh, dass es die Möglichkeit gibt, auch als Bürgermeisterin in Karenz zu gehen“, sagt Bianca Fürst.
Sie wolle jetzt mal die Geburt abwarten, die Zeit mit ihrem Baby genießen und schauen, wie das so ist mit Kind, das wisse sie ja noch nicht.
Vetretung in der Karenz durch Vizebürgermeister
Vertreten wird sie in der Zeit von ihrem Vizebürgermeister. „Das haben wir von Anfang an so ausgemacht und ich bin sehr dankbar, dass ich in ihm einen verlässlichen Vertreter habe“, sagt die werdende Mutter. Geld von der Sozialversicherung bekommt sie in der Karenz keines, dafür muss die Gemeinde aufkommen. „Diese Regelung finde ich nicht die beste, gerade in einer Zeit, wo es den Gemeinden eh finanziell so schlecht geht“, sagt Bianca Fürst.
Familienmensch durch und durch
Leicht hat sich die Bürgermeisterin die Entscheidung nicht gemacht. „Aber ich habe schon zu Beginn meiner Amtszeit vor zwei Jahren offen gesagt, dass ich ein Familienmensch durch und durch bin und auch selber Kinder haben möchte“, sagt die junge Ortschefin. Daher habe sie auch kein Geheimnis daraus gemacht und ihre Schwangerschaft zuerst im Gemeinderat und später auch der Bevölkerung über die Gemeindezeitung und in persönlichen Gesprächen kundgetan.
Auch wenige Tage vor der Geburt ihres ersten Kindes ist Bianca Fürst mit ihrem Vizebürgermeister ständig im Kontakt. „Die Anrufe aus der Bevölkerung sind seit meinem Mutterschutz bei Weitem zurück gegangen. Ich bin sehr dankbar für das Verständnis meiner Bevölkerung und kann jetzt gut zur Ruhe kommen und mich auf die nächste Zeit vorbereiten und mich auf mein Kind freuen“, sagt die werdende Mama.
Seitens des Gemeindebundes und der Redaktion von Kommunalnet wünschen wir Bianca Fürst alles Gute für die bevorstehende Geburt und viel Freude mit ihrer Familie.