In der neuen Folge des Gemeindebund-Podcasts „Amtsgeheimnisse vor Ort“ spricht Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl mit der Bürgermeisterin von Jungholz, Karina Konrad, darüber, wie es ist, in einer Gemeinde zu leben, die nur über das deutsche Allgäu erreichbar ist.
Ein Ort mit zwei Postleitzahlen
Was diese besondere geografische Lage für die Gemeindepolitik bedeutet, erzählt Karina Konrad anhand von praktischen Beispielen aus dem Alltag: Jungholz hat zwei Postleitzahlen, wirtschaftlichen Sonderstatus und doppelt so viele deutsche wie österreichische Staatsbürger.
Themen der Folge:
- Die Vor- und Nachteile, von Deutschland umgeben zu sein
- Wie es sich als Gemeinde mit österreichweit größtem Ausländeranteil lebt
- Infrastrukturelle Besonderheiten der Gemeinde
- Das Zugehörigkeitsgefühl der Jungholzerinnen und Jungholzer
- Politische Herausforderungen einer Exklave
Jungholz ist wirtschaftlich und auch sonst stark an Deutschland angebunden, doch gleichzeitig gelten österreichische Gesetze. Das führt zu allerhand Hürden, etwa bei der Auftragsvergabe an deutsche Unternehmen, bei den Stromnetzen und bei der Kommunalsteuer. Die Glasfaseranbindung an Österreich verlangt etwa ein Kilometer-langes Zuleitungsnetz und in der Kommunalpolitik ist es nicht immer einfach, Ämter zu besetzen, zumal dafür eine österreichische Staatsbürgerschaft erforderlich ist.
„Wenn neue Gesetze erlassen werden, sind wir sehr hellhörig, ob es für uns auch Ausnahmeregelungen gibt“
„Wenn neue Gesetze erlassen werden, sind wir sehr hellhörig, ob es für uns auch Ausnahmeregelungen gibt“, so Karina Konrad. „Unsere Kinder gehen in Deutschland in die Schule und auch die ärztliche Versorgung befindet sich mehrheitlich im Allgäu“, erzählt die Bürgermeisterin. Daraus resultiert auch, dass Jungholz als wohl einzige Gemeinde Tirols nicht Teil eines Krankenhausverbands ist.
Geringstes Durchschnittseinkommen – wenn die Statistik nur die halbe Wahrheit ist
Statistisch gesehen ist Jungholz auch die Gemeinde mit dem geringsten Durchschnittseinkommen Österreichs – doch der Schein trügt: „Wir sind nicht so arm, wie es in der Statistik aussieht“, lacht Karina Konrad. Immerhin arbeiten die meisten Jungholzerinnen und Jungholzer in den benachbarten deutschen Orten.
Über das und mehr spricht die Jungholzer Bürgermeisterin in der aktuellen Folge von „Amtsgeheimnisse vor Ort“, dem Gemeindebund-Podcast. Die neue Folge finden Sie auf allen gängigen Podcast-Plattformen, sowie auf der Webseite des Österreichischen Gemeindebundes www.gemeindebund.at