Vor wenigen Wochen wurde die deutsche Bürgermeisterin Iris Stalzer in Herdecke von ihrer Adoptivtochter vor ihrem Zuhause niedergestochen und befand sich sogar in Lebensgefahr. Mittlerweile hat sie sich von den Verletzungen erholt und ist wieder im Amt. Zwar handelt es sich in diesem Fall um einen familiären Konflikt. Doch sie ist keineswegs die erste Person in einer kommunalpolitischen Funktion, die Opfer von Gewalt geworden ist, wie die Schweizer Plattform Blick.ch berichtet:
Übersicht Angriffe auf Bürgermeister:innen in Deutschland
- Alexander Biber, Bürgermeister von Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) – Am 22. September wurden auf das Schlafzimmerfenster seines Hauses Metallkugeln abgefeuert; der Tatverdacht richtet sich auf Schusswaffe oder Zwille.
- Matthias Ecke, SPD-Politiker und Bürgermeister in Dresden – Anfang Mai 2024 griffen Jugendliche ihn beim Aufhängen von Wahlplakaten an; er erlitt mehrere Gesichtsbrüche.
- Andreas Hollstein, Bürgermeister von Altena – Im Herbst 2017 wurde er beim Bestellen eines Döners mit einem Messer attackiert und verletzt.
- Henriette Reker, Bürgermeisterin von Köln – 2015 wurde sie von einem rechtsextremen Täter mit einem Jagdmesser schwer verletzt und lag mehrere Tage im künstlichen Koma.
Diese Beispiele zeigen, dass lokale Mandatsträgerinnen und Mandatsträger in Deutschland mitunter Opfer schwerer Gewalt werden. Nicht nur in Deutschland ist das so. Auch in Österreich wird laut Bundeskriminalamt ein deutlicher Anstieg von Drohungen via sozialen Netzwerken seit der CoV-Pandemie und tätliche Angriffe auf Bürgermeister verzeichnet. Zuletzt vor allem der gewaltsame Tod eines Bürgermeisters im Mühlviertel im Zuge eines Jagd-Streits.
Übersicht Angriffe auf Bürgermeister:innen in Österreich
- Josef Wiesinger, Bürgermeister von Dimbach (Bezirk Perg in NÖ) – im September 2017 bedrohte ein psychisch kranker Mann und entfernter Verwandter des Bürgermeisters denselben im Gemeindeamt mit einer Pistole, die sich später als ungeladene Gaspistole herausstellte. Der zu Hilfe kommende Amtsleiter wurde bei einer Rangelei am Arm durch einen Messerstich schwer verletzt.
- Franz Hofer, Bürgermeister von Kirchberg ob der Donau (Bezirk Rohrbach, OÖ) – wie oben erwähnt wurde der Bürgermeister und ein weiterer Mann im Oktober 2024 im Zuge einer Jagdrechtsstreitigkeit erschossen
- Hannes Hirtzberger, Bürgermeister von Spitz (NÖ) – im Jahr 2008 wurde der Bürgermeister mit einer Gift-versetzten Praline vergiftet. Ein verdächtigter Weinbauer wurde wegen versuchten Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilt. Neun Monate nach der Tat wurde der vergiftete Bürgermeister vom Krankenhaus nach Hause überstellt. Bis heute ist Hirtzberger ein Pflegefall.
- Karl Poppeller, Bürgermeister von Ainet (Osttirol) – 2021 kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Bürgermeister und dem Wirt eines Lokals. Der Wirt griff den Bürgermeister an. Beide verklagten einander. Der Streit endete mit einer Diversion.
- Lienz – der ehemalige Bürgermeister wurde angeblich Anfang Jänner 2025 auf der Straße angegriffen, auch sein Auto wurde beschädigt.
Der Österreichische Gemeindebund stellt einen kostenlosen Leitfaden bei Hass im Netz gegen Kommunalpolitiker:innen zur Verfügung.
(Quelle: Blick.ch, orf.at)