Bernd Strobl, Bürgermeister von Ollersdorf, hat schon mit so mancher Meldung für Aufmerksamkeit gesorgt: 2020 Ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Wahlvorwürden – das Verfahren wurde eingestellt. 2025 habe Strobl privat ein Gasthaus in Ollersdorf gekauft und SPÖ-Gemeinderäten den Zutritt verwehrt und dann führte der Bürgermeister auch noch einen jahrelangen Rechtsstreit mit dem Land Burgenland wegen Entschädigungszahlungen für die Nutzung eines Kanals entlang einer Landesstraße – die Gemeinde gewann den Rechtsstreit.
Aktuelles Beispiel aus der 955 großen Gemeinde im Südburgenland: Bürgermeister Bernd Strobl streckt 69.000 Euro aus der privaten Tasche für die Bezahlung der Gehälter seiner Bediensteten vor. Der Grund: Weil der Gemeinderat bei seiner letzten Sitzung am 30. Dezember 2025 nicht beschlussfähig war – die SPÖ-Gemeinderäte erschienen nicht zur Sitzung, zu der bereits am 19. September eingeladen wurde – konnten weder Aufträge vergeben, noch Gehälter an die Bediensteten und Kindergartenpädagoginnen ausbezahlt werden.
Bürgermeister Strobl erkundigte sich beim Land
Bürgermeister Bernd Strobl wandte sich an die Gemeindeabteilung des Landes, um sich zu erkundigen, wie er die Gehälter ohne Gemeinderatsbeschluss auszahlen solle und ob er einen Kassenkredit ohne Gemeinderatsbeschluss aufnehmen dürfe. Die Antwort der Gemeindeabteilung lautete: „Der Bürgermeister sei berechtigt, unter der Voraussetzung des §69 Abs. 2 mit einem Kreditinstitut einen Kassenkredit zu vereinbaren, sollte ein solcher nicht bestehen.“ Da nach der Ansicht des Bürgermeisters jedoch ein Kassenkredit – besteht, habe er nicht auszahlen dürfen. „Hätte ich überwiesen, wäre das strafbar gewesen“, sagt Bernd Strobl, Bürgermeister und Amtsleiter in Personalunion.
Deswegen handelte der Ortschef wie man in kennt: „Um weitere Verzögerungen der Gehälter zu vermeiden, habe ich aus meiner eigenen Tasche die 69.000 Euro auf das Konto der Gemeinde überwiesen“, sagt Bernd Strobl. Ende gut, alles gut.
(Quelle: Kurier)