IMPULS
Hans Zeiner
Architekt
Leerstand nutzen und Baukultur bewahren
Kurz gesagt: Leerstehende Bauernhofteile können Wohnraum und Dienstleistungen aufnehmen, wenn Bestand, Nutzerbedarf und Rahmenbedingungen gemeinsam geplant werden.
Worum geht es?
Hans Zeiner zeigt an drei konkreten Projekten, wie ehemalige landwirtschaftliche Räume neue Funktionen erhalten können: Ein Heuboden wird zum Wohnloft, ein Getreidespeicher zum Mehrgenerationenwohnen und ein Wirtschaftstrakt zur Physiotherapiepraxis.
Drei Kernerkenntnisse
Der Bestand besitzt häufig räumliche Qualitäten, die bei einer behutsamen Umnutzung erhalten und zu einem besonderen Wohn- oder Arbeitsumfeld werden können.
Mehrgenerationenwohnen braucht neben Gemeinschaft auch klare private Bereiche und möglichst getrennte Zugänge. Gute Planung betrachtet das gesamte Gebäude und seine Entwicklung über mehrere Jahre.
Widmung, zulässige Nutzung, Bauzustand, Eigentumsverhältnisse, Wirtschaftlichkeit und tatsächliche Verfügbarkeit bleiben objektspezifische Voraussetzungen. Nicht jedes Beispiel ist automatisch übertragbar.
Was bringt das der Gemeinde?
Umnutzung kann Leerstand verringern, Baukultur erhalten, zusätzliche Funktionen in den Ort bringen und den Druck auf neue Flächen reduzieren.
Nächster sinnvoller Schritt
Bei neuem Raumbedarf zuerst geeigneten Bestand und das Interesse der Eigentümer prüfen. Gemeinden können Objekte sichtbar machen und Verbesserungen auf Landesebene anregen.