Drei Gemeinden, die freiwillig fusionieren – das ist in Österreich eine Seltenheit. Doch wie kam es dazu? Vor vier Jahren, am 1. Jänner 2022, wurde aus den drei Gemeinden Matrei, Mühlbachl und Pfons eine einzige Gemeinde: Sie heißt Matrei am Brenner. In der neuen Folge von „Amtsgeheimnisse vor Ort“ erklärt der Bürgermeister der neuen Gemeinde, Patrick Geir, die Hintergründe der Fusion und zieht eine durchwegs positive Bilanz.
Bürgerinnen und Bürger stimmten klar für Fusion
Während die Bevölkerung 1974 eine Fusion noch klar ablehnte, stimmte sie 2020 deutlich dafür. Anders als bei einer Verwaltungskooperation oder einem Gemeindedienstleistungsverband (siehe Episode #30) geben Gemeinden bei einer Fusion ihre Selbstständigkeit vollständig auf und formieren sich zu einer neuen Einheit – mit neuem Gemeinderat, neuen Abteilungen und einem neuen Gemeindeamt. Nicht in jedem Fall ist das sinnvoll. Anders bei Matrei:
Die drei Gemeinden Gemeinden Matrei, Mühlbachl und Pfons sind seit jeher eng miteinander verbunden. Zunächst wurde eine Verwaltungskooperation geprüft, doch schlussendlich entschied man sich für eine Fusion, erzählt der Bürgermeister. Diese erfolgte schrittweise und wurde systematisch vorbereitet. Hilfreich war, dass Verwaltung und Bauhöfe schon in der Vergangenheit miteinander zusammengearbeitet hatten. „Dafür war einiges an Vor- und Nacharbeit notwendig“, betont Patrick Geir. Der Aufwand habe sich jedoch gelohnt: Die neue Gemeinde profitiert heute von spürbaren finanziellen Vorteilen und erhielt zudem rund 1 Million Euro an ‚Hochzeitsgeld‘ vom Land Tirol zur Unterstützung der Fusionierung.
„Die Menschen fühlen sich eher ihrem Ortsteil oder ihrer Siedlung als der Gemeinde zugehörig“
Und die Bürgerinnen und Bürger? Die sollen von der Fusionierung so wenig wie möglich spüren. Für sie hat sich wenig verändert, denn die meisten Vereine wurden und werden auch weiterhin gemeindeübergreifend betrieben, wie der Ortschef erzählt. In persönlichen Gesprächen zeigt sich, dass das Identitätsgefühl der Menschen ohnehin stärker an ihre Ortsteile und Siedlungen gebunden ist als an die ehemalige Gemeindegrenze. „Das war schon vor der Fusion so und das bleibt auch so“, sagt Bürgermeister Geir.
Aber warum entschied man sich für den Namen Matrei? Und wie reagierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Fusion? Diese und weitere Fragen beantworten wir in der aktuellen Episode. Erfahren Sie, was Matrei am Brenner heute ausmacht, welche Vorteile die Fusion brachte und wie der Weg zur neuen Gemeinde verlief – in der neuen Folge von „Amtsgeheimnisse vor Ort“ mit Bürgermeister Patrick Geir. Den Podcast hören Sie auf allen gängigen Podcast-Plattformen.