Die erste Entscheidung beim 5. Baukulturgemeinde-Preis des Vereins LandLuft ist gefallen: Eine externe Jury hat aus 44 Einreichungen 14 Gemeinden aus sieben Bundesländern nominiert. Ausgezeichnet werden Kommunen, die bestehende Gebäude, Flächen und Strukturen durch Umbaukultur, Kreativität und Beteiligung vorbildlich weiterentwickeln.
Nominierte Gemeinden stehen fest
Aus insgesamt 44 Einreichungen lud die Jury 14 Gemeinden zur nächsten Runde ein. Nominiert sind im Burgenland Pöttelsdorf, in Kärnten die Gemeinden Griffen, Kleblach-Lind und Oberdrauburg sowie in Niederösterreich Bad Vöslau. In Oberösterreich überzeugte Ried im Innkreis, in der Steiermark bewiesen sich Gamlitz und Landl. Tirol ist mit Anras, der Stadt Landeck, Oberhofen im Inntal und Prutz vertreten, Vorarlberg mit Bezau und Egg. Die Gemeindevertreter:innen haben am 10. April die Gelegenheit, die Jury beim Hearing in Trofaiach von ihrem baukulturellen Engagement zu überzeugen.
Die 14 nominierten Gemeinden zeigen, wie vielfältig der verantwortungsvolle Umgang mit Bestand sein kann – vom denkmalgeschützten Bürgerhaus über ehemalige Wirtshäuser, alte Kinos und leerstehende Bankfilialen im Ortszentrum bis hin zu neu aktivierten Freiräumen. Anneke Essl, Geschäftsführerin von LandLuft, betont:
„Die hochwertigen Einreichungen machen deutlich, wie viel Engagement und Mut Gemeinden im Umgang mit Bestand und der Gestaltung ihrer Ortskerne haben. Die Wahl der Nominierten hat sich die Jury nicht leicht gemacht. Im nächsten Schritt geht es darum, die Besten der Besten zu küren.“
Preis mit Motto „Nutzen, was da ist!“
LandLuft zeichnet seit 2009 mit dem Baukulturgemeinde-Preis Gemeinden und kleine Städte aus, die durch vorausschauende, mutige und qualitätsvolle Baukultur überzeugen. Der Preis macht erfolgreiche Strategien und engagierte Akteur:innen sichtbar und dient als Grundlage für die Vermittlungsarbeit in ländlichen Räumen.
Der 5. LandLuft Baukulturgemeinde-Preis steht unter dem Motto „Nutzen, was da ist!“ und rückt das Potenzial bestehender Gebäude, Flächen und Strukturen in den Mittelpunkt. Ausgezeichnet werden Gemeinden, die den Ort als Ganzes denken und mit ihrer Bau- und Planungskultur einen langfristigen Entwicklungsprozess gestalten. Im Fokus stehen ein vorbildhafter Umgang mit Bestand und lokaler Identität, hohe Qualität in Gestaltung und Umsetzung sowie Innenentwicklung und Ressourcenschonung. Zentrale Kriterien sind zudem die kreative Umnutzung von Leerstand, die Wiederverwendung von Materialien und die aktive Einbindung von Bürger:innen und Fachleuten, durch die lokale Ressourcen – materielle wie soziale – wirksam aktiviert werden.
Auswahl durch mehrstufigen Juryprozess
Die Auswahl der Nominierten erfolgte durch eine Jury aus unterschiedlichen Disziplinen. Nach einer ersten Sichtung und Vorbewertung aller Einreichungen durch die gesamte zehnköpfige Jury entschied die Kernjury, bestehend aus vier Personen, in einer sechs Stunden dauernden Sitzung über die Nominierungen.
Juryvorsitzende Katja Fischer, geschäftsführende Vorständin der Stiftung Baukultur Thüringen, ordnet den Preis im internationalen Kontext ein:
„Mit dem Blick aus Deutschland kann ich sagen: Die Baukultur-Szene hat großen Respekt vor dem, was hier seit vielen Jahren entsteht. Der LandLuft-Prozess und der Baukulturgemeinde-Preis werden mit Staunen – und als Referenz – wahrgenommen.“
Zur Jury gehören Expert:innen aus Baukultur, Architektur, Raum- und Landschaftsplanung, Nachhaltigkeit sowie Vertreter von Gemeinde- und Städtebund, ergänzt um Bürgermeister bereits ausgezeichneter Baukulturgemeinden; die vierköpfige Kernjury begleitet den gesamten Prozess inklusive Juryreise.
Die feierliche Preisverleihung findet am 19. November 2026 in Wien statt. Dabei werden die Preisträgerinnen sowie die Anerkennungen vorgestellt. Gleichzeitig erscheinen die begleitende Publikation und die Wanderausstellung „Nutzen, was da ist!“, die im Anschluss durch Österreich tourt.
(Quelle: LandLuft)