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À propos starkes Mindset: Was wir alle von Bürgermeister:innen lernen können

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Den Depp für alle spielen, immer erreichbar und – wenn es nach den anderen geht – sogar für das Wetter zuständig sein: Eine Gemeinde zu leiten ist kein Ponyhof. Dass auch Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Amtsleiterinnen und Amtsleiter von Zeit zu Zeit an ihre Grenzen geraten können, ist wohl nicht überraschend. Wie viel mentale, emotionale und auch körperliche Stärke sie aber aufbringen, um aus voller Überzeugung ihre Stadt oder Gemeinde zu gestalten und das Leben der Menschen zu verbessern, ist es sehr wohl.

Von 19. bis 21. November kam in Zwettl in Niederösterreich eine Gruppe von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie leitenden Gemeindebediensteten zum Seminar „Starkes Mindset“ zusammen, um Neues zu lernen, Altes aufzufrischen, sich untereinander auszutauschen und daraus neue Energie und Kraft zu schöpfen. Als Teil der Seminarreihe für kommunale Führungskräfte wurde auch dieses Seminar vom Fonds Gesundes Österreich mit Unterstützung des Österreichischen Gemeindebundes speziell für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister bzw. Amtsleiterinnen und Amtsleiter konzipiert. Die Inhalte waren breit gefächert – von Bewegung und Gesundheitsförderung über Theorie und Praxis des zentralen Nervensystems bis hin zu Entspannungstechniken – konzentrierten sich aber im Wesentlichen auf die Bündelung der eigenen Ressourcen, um sowohl privat als auch beruflich und vor allem im Amt handlungsfähig und wirksam zu sein bzw. zu bleiben. Alle Übungen waren für die tägliche Praxis ausgelegt, um den Gemeindealltag zu verbessern.

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V.l.n.r.: Hannes Pratscher, Petra Gajar, Judith Cechota, Karl Edy ©Gemeindebund

„Es geht darum, was man aus dem, was man hat, letztendlich macht“

Bereits ab Tag eins zeigte sich, welch positive Einstellung sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei ihrer Tätigkeit selbst angesichts der herausfordernden finanziellen Lage der Gemeinden an den Tag legen: „Ich sehe das mittlerweile recht sportlich. Ja, wir Gemeinden haben aktuell nicht viele Mittel zur Verfügung. Aber es geht darum, was man aus dem, was man hat, letztendlich macht“, so ein Teilnehmer. Er habe die größte Freude dabei, die Menschen in der Gemeinde zusammenzubringen und gemeinsam das Beste aus jeder Situation zu machen. „Da packt man auch mal selbst mit an und steht ein paar Tage auf der Baustelle“, so der Bürgermeister. Das schweiße die Gemeinschaft letztendlich auch zusammen.

Warum jede Gemeinde die beste der Welt sein sollte

Wie die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in konfliktbehafteten Situationen kühlen Kopf bewahren? „Wenn man das große Ganze betrachtet, wird einem bewusst, wie bedeutungslos kleine Streitigkeiten sind. Im nächsten Quartal wird niemand mehr wissen, was bei dieser oder jener Sitzung diskutiert wurde“, so ein anderer Ortschef. Die eigenen Ressourcen zu kennen und zu pflegen sei dabei das Um und Auf. Ob das nun die Familie, die eigenen Kinder oder der letzte Urlaub ist – sich jener Aspekte des Lebens bewusst sein, die einem Kraft geben, hilft dabei, in schwierigen Phasen ausgeglichen zu bleiben. Psychologin Judith Cechota bot eine Reihe von Hilfestellungen dabei, eigene Tricks zu entwickeln, um mental stark zu sein und zu bleiben.

Eine wichtige Rolle spiele dabei auch die Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit. Es zeigte sich, dass es durchaus hilft, eine Vision zu haben. „Ich arbeite jeden Tag dafür, dass meine Gemeinde die beste und schönste der Welt wird. Auch wenn das objektiv natürlich nicht möglich ist, hilft es mir und meinem Team, Ziele zu fokussieren und die Motivation aufrecht zu halten“, erzählte ein Bürgermeister.

Neben diesen Dingen sind es vor allem Bewegung und ausreichend Ruhephasen, die Führungspersonen in der Gemeinde brauchen, um energiegeladen ihr Amt ausüben zu können, so die Botschaft. Da reicht auch eine Minute täglich, so Trainer Hannes Pratscher, „wenngleich zehn Minuten noch besser sind“, fügt er schmunzelnd hinzu. Trainer Karl Edy klärte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über schlaffördernde Techniken auf und verriet, wie man mittels Augenübungen emotionale Spannungen löst.

Im Rückblick bündelte das dreitägige Seminar geballte mentale Stärke – sowohl im vermittelten Inhalt, als auch durch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister bzw. Gemeindebediensteten selbst, von denen sich der Rest der Bevölkerung in punkto positiven Antriebs ein Scheibchen abschneiden könnte.

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Von 19. bis 21. November nahmen mehrere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie leitende Gemeindebedienstete an dem FGÖ-Seminar „Starkes Mindset“ in Zwettl, Niederösterreich, teil. Bei Trainingseinheiten an der frischen Luft wurde neues Wissen sofort in die Praxis umgesetzt. ©Gemeindebund

Der Fonds Gesundes Österreich bietet in Kooperation mit dem Österreichischen Gemeindebund eine Seminarreihe speziell für kommunale Führungskräfte an. Das neue Programm für 2026 wird an alle Gemeinden versandt. Das nächste Seminar „Neu im Amt“ findet Ende Jänner in Bad Loipersdorf statt. Mehr dazu unter: https://fgoe.org/Buergermeister_innen-Seminare

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