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HABEN SIE FRAGEN ZU ÖSTERREICHS GEMEINDEN?

Wissenswertes über unsere Bürgermeister/innen

Es gibt zwei Wege, wie man in Österreich Bürgermeister/in werden kann. In sechs Bundesländern gibt es die Direktwahl. Das bedeutet, dass man am Wahltag zwei Stimmen abgeben kann. Mit einer Stimme wählt man eine Partei in den Gemeinderat, mit der anderen stimmt man für eine konkrete Person als Bürgermeister/in. Erhält kein/e Kandidatin im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit (mindestens 50% plus 1 Stimme), dann findet zwei Wochen später eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidat/innen mit den meisten Stimmen statt. In Wien, Niederösterreich und der Steiermark gibt es keine Direktwahl, sondern das Listenwahlrecht. Man gibt seine Stimme für eine Partei ab, die stärkste Partei schlägt im Gemeinderat eine/n Bürgermeister/in vor, der Gemeinderat wählt dann den/die Bürgermeister/in. Beim Rücktritt eines Bürgermeisters gibt es entweder eine neue Direktwahl oder der Gemeinderat wählt einen neuen Ortschef.

Geringer Frauenanteil an der Spitze der Gemeinden

2.100 Bürgermeister/innen gibt es in Österreich derzeit. Davon sind 160 Frauen, ein nach wie vor sehr geringer Anteil. Die meisten weiblichen Bürgermeister gibt es in NÖ (64), gefolgt von Oberösterreich (30), der Steiermark (17) und Tirol (18). Im Burgenland gibt es aktuell 12 und Kärnten 8. In Vorarlberg arbeiten 7 weibliche Bürgermeisterinnen und in Salzburg 5 (Stand: September 2017).

Der jüngste Bürgermeister Österreichs heißt Severin Maier und ist in der Gemeinde Eferding (Oberösterreich) tätig. Er ist 1993 geboren. Die jüngste Bürgermeisterin ist in der Gemeinde Altmünster (Oberösterreich) tätig und heißt Elisabeth Feichtinger (geborgen 1987). Der dienstälteste Ortschef Österreichs steht seit 37 Jahren an der Spitze der Gemeinde Neukirchen am Großvendiger (Salzburg) und heißt Peter Nindl.

Hohe Arbeitsbelastung für Amt und Zivilberuf

70 bis 80 Prozent der Bürgermeister/innen üben ihr Amt neben ihrem zivilen Beruf aus, nur 18 Prozent geben an, hauptberufliche Bürgermeister zu sein (Quelle: Bürgermeisterbefragung 2008). Nur 42 % geben an, dieses Amt aktiv angestrebt zu haben. 46 % wurden dazu überredet bzw. sogar gedrängt. 94 % der Bürgermeister glauben auch, dass es künftig schwieriger werden wird, politischen Nachwuchs für dieses Amt zu gewinnen. Das liegt einerseits sicher an der enorm hohen Arbeitsbelastung, ein großer Teil der Ortschefs wendet 60 bis 70 Wochenstunden für Zivilberuf und Amt auf. Zum anderen finden viele Menschen die Bezahlung bzw. soziale Absicherung nicht angemessen. Zwar wurden in den meisten Bundesländern die Gehälter in den letzten Jahren angehoben, die Aufgaben und die zeitliche Belastung sind aber ebenso massiv gestiegen. Das Berufsbild des/der Bürgermeisterin hat sich insofern stark gewandelt, als dass heute Managerqualitäten wesentlich wichtiger geworden sind als Repräsentation. Der Chef einer 3.000 Einwohner-Gemeinde ist von seinem Verantwortungsbereich her mit dem Geschäftsführer eines Mittelbetriebs zu vergleichen. So ist er auch Chef von rund 30 Gemeindebediensteten, er ist in großem Ausmaß auch persönlich haftbar für seine Entscheidungen.

Die Bürgermeister/innen genießen dafür auch das mit Abstand höchste Vertrauen aller politischen Ebenen im Land (siehe Grafik).


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