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Umfrage: Einbindung der Bürger bei Parks und Plätzen sehr wichtig

23.6.2015 – Öffentliche Plätze und Parks können viel zur Erholung und dem Zusammenleben der Gesellschaft beitragen, sie können bestehende Probleme aber genauso verschlimmern. Was den Österreicher/innen bei der Parkgestaltung wichtig ist und wo die meisten Probleme auftreten, zeigt eine aktuelle Umfrage des Gallup-Instituts im Auftrag der Initiative für soziale Freiraumgestaltung. Soviel vorab: Zwischen den Bundesländern gibt es starke Mentalitätsunterschiede in diesem Bereich.

Parks bei Menschen mit Müttern und Kindern am beliebtesten

Parks werden nicht von jedermann und jederfrau genutzt. Grundsätzlich besuchen nur zwölf Prozent von 1.000 Befragten Österreichern mehrmals die Woche einen Park. Mehrmals im Monat sind es schon 22 Prozent. In Wien, Oberösterreich und Salzburg gibt es die fleißigsten Nutzer von öffentlichen Plätzen und Parks, während in der Steiermark und Kärnten 50 Prozent der Menschen so gut wie nie einen Park besuchen. Menschen mit Migrationshintergrund besuchen tendenziell öfter einen Park: 16 Prozent sagen, sie nutzen dieses Angebot mehrmals in der Woche, 19 Prozent zumindest mehrmals im Monat. Die Hauptnutzergruppen sind aber jene Menschen, die tagsüber Zeit haben, also Mütter mit Kindern, Pensionisten. Aber bereits auf Platz drei folgen Menschen mit Migrationshintergrund und Jugendliche. 

Die Parks scheinen hauptsächlich die Lust der Städter nach etwas Grün zu befriedigen, denn die Nutzung steigt signifikant mit der Größe der Gemeinde. Ob sich dadurch auch erklären lässt, warum Menschen mit Migrationshintergrund, die ja häufig eher im städtischen Bereich wohnen, so viel öfter die Parks besuchen, oder ob es eher eine Frage der Einstellung zur Nutzung öffentlicher Plätze ist, bleibt durch die Umfrage unbeantwortet.

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(Quelle: Gallup-Umfrage)
Zwölf Prozent der Menschen nutzen Parks mehrmals die Woche. Bei Menschen mit Migratiosnhintergrund sind es 16 Prozent. Generell steigt die Nutzung mit der Gemeindegröße.

Zeitmangel ist Hauptgrund für Nichtnutzung

Warum werden Parks nicht genutzt? Der Hauptgrund ist Zeitmangel (33%) oder dass einfach keine Parks in der Nähe sind (16%). Der eigene Garten folgt erst auf Platz drei (15%). 14 Prozent bleiben auch aufgrund verschmutzter und ungepflegter Parks fern. Interessanterweise wird nur von einem Prozent der Park als zu gefährlich empfunden, gleichzeitig geben aber 55 Prozent der Befragten an, dass der Schutz vor Aggression und Kriminalität für die Nutzung von Parks sehr wichtig wäre.

Zusammenleben im Park: Starke regionale Unterschiede

Das Auskommen miteinander wird großteils positiv gesehen: 61 Prozent finden, dass das Zusammenleben in den Parks sehr bzw. eher gut funktioniert. Die positivste Bewertung geben dabei die Niederösterreicher und Burgenländer ab. Dort finden insgesamt 71 Prozent der Befragten, dass das Zusammenleben sehr bzw. eher gut funktioniert. Im Gegensatz zu den Tirolern und Vorarlbergern: Hier bewertet nur ein Prozent die Lage als sehr gut und nur 48 Prozent als eher gut. Auch 63 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund, die in der Umfrage zusätzlich ausgewiesen werden, schätzen die Lage als sehr bzw. eher gut ein. 

Groß sind aber auch die Unterschiede bei den Lösungansätzen, um das gesellschaftliche Zusammenleben zu verbessern. Während 34 Prozent der Tiroler und Vorarlberger die Lösung der Konflikte in einer klaren Trennung der unterschiedlichen Benutzergruppen sehen, wird das nur von 15 Prozent der Wiener bevorzugt. Die Mehrheit aller Befragten (61%) präferiert allerdings ein offenes und tolerantes Nebeneinander. Mehr Gemeinsamkeit und Durchmischung würden in Wien immerhin 18 Prozent, in Oberösterreich und Salzburg aber nur sechs Prozent wählen. Österreichweit liegt dieser Wert bei 13 Prozent.

Bevölkerung einbinden

Am effektivsten sind aber nicht Umfragen, sondern die direkte Einbindung der Bevölkerung in die Planung und Gestaltung von öffentlichen Plätzen und Parks. Das befürworten 80 Prozent der Befragten. “Dadurch lassen sich auch Konflikte von Anfang an vermeiden”, weiß die Vorsitzende der Initiative für soziale Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektin Sanja Turkovic aus ihrer täglichen Erfahrung. 




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