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Burgenland-Stichwahlen: Wechsel in elf Gemeinden

30.10.2017 – Die Bürgermeister-Stichwahlen im Burgenland brachten noch deutliche Umwälzungen in der politischen Landschaft. In 19 Gemeinden musste noch einmal gewählt werden, in elf gibt es nun einen anderen Bürgermeister als vorher – auch in den Bezirkshauptstädten Neusiedl am See und Jennersdorf.

Oktober ist für Burgenländer der Superwahlmonat gewesen. Insgesamt dreimal wurden sie zu den Urnen gerufen. Am 29. Oktober 2017 wählten sie zum letzten Mal in diesem Monat in 19 Gemeinden ihre Bürgermeister, die in die Stichwahl gehen mussten. Die Wahl brachte zum Teil überraschende Ergebnisse.

Elisabeth Böhm setzt sich in Neusiedl durch

Bei der Stichwahl in Neusiedl am See konnte sich Elisabeth Böhm (SPÖ), als einzige Frau, die in die Stichwahlen gegangen ist, durchsetzen. Sie kann sich mit 53,81 Prozent der Stimmen durchsetzen und holt sich damit den Bürgermeistersessel von der ÖVP.

Jennersdorf: Listenkandidat schafft Überraschung

In der zweiten Bezirkshauptstadt konnte der Bürgerlistenkandidat Reinhard Deutsch die Überraschung schaffen. Er ging in die Stichwahl mit 25,97 Prozent und konnte sich in der Stichwahl auf 53,23 Prozent steigern. Er kickte damit den bisherigen Amtsinhaber Bernhard Hirczy aus dem Amt. Dieser kam auf 46,77 Prozent.

Ehemals jüngster Bürgermeister in Mörbisch abgewählt

2012 übernahm Jürgen Marx (SPÖ) das Amt seines beliebten Vorgängers Peter Vargyas im Alter von 25 Jahren. Damals war er jüngster Bürgermeister in Österreich. Nun wurde er in der Stichwahl von seinem Herausforderer der ÖVP, Markus Binder, mit 51,24 Prozent der Stimmen übertrumpft. Jürgen Marx erhielt 48,76 Prozent der Stimmen.

Kittsee: ÖVP erobert Bürgermeisteramt

In der am schnellsten wachsenden Gemeinde Österreichs, in Kittsee, konnte sich Gabriele Nabinger von der SPÖ nicht im Amt behaupten. Sie unterlag mit 42,96 Prozent der Stimmen. Johannes Hornek von der ÖVP setzte sich mit 57,04 Prozent der Stimmen durch.

Erhard Aminger verteidigt sein Amt

In Loipersbach verteidigte Erhard Aminger (SPÖ) sein Amt mit 55,90 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer Roman Amring von der FPÖ unterlag mit 44,10 Prozent. Damit gibt es keinen FPÖ-Ortschef im Burgenland.

Steinbrunn: Erster ÖVP-Ortschef seit Jahrzehnten

In Steinbrunn, einer Gemeinde im Bezirk Eisenstadt-Umgebung, schafft Thomas Kittelmann für die ÖVP einen Überraschungssieg. Er konnte sich mit 52,44 gegen den bisherigen Bürgermeister Gerhard Frasz durchsetzen. Frasz wurde im Juli von der SPÖ zum Spitzenkandidaten und erhofften Nachfolger von Langzeitbürgermeister Klaus Mezgolits gewählt. Im ersten Wahlgang lag er noch mit über 2,5 Prozent vor Kittelmann.

In Weiden am See bleibt alles beim Alten

In Weiden am See verteidigte ÖVP-Bürgermeister Wilhelm Schwartz mit 52,17 Prozent sein Amt gegen seinen SPÖ-Herausforderer Heinrich Hareter, der nur 47,83 Prozent der Stimmen erhielt.

Wimpassing: SPÖ konnte sich durchsetzen

In der 1.550-Einwohner-Gemeinde Wimpassing konnte sich ÖVP-Kandidatin Marion Pöschl nicht durchsetzen. Sie musste sich mit 49,31 Prozent der Stimmen geschlagen geben, während ihr Herausforderer Ernst Edelmann von der SPÖ 50,69 Prozent der Stimmen ergattern konnte.

Klaus Schütz bleibt in Kobersdorf

Mit 53,71 Prozent der Stimmen für Amtsinhaber Klaus Schütz (SPÖ) setzen die Bürger in Kobersdorf auf Kontinuität. ÖVP-Kandidatin Maria Pauer bekam 46,29 Prozent der Stimmen.

St. Andrä am Zicksee: ÖVP erobert SPÖ-Funktion

Im Norden setzt sich in St. Andrä am Zicksee ÖVP-Kandidat Andreas Sattler mit 62,75 Prozent der Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Erich Goldenitsch von der SPÖ durch. Goldenitsch erhielt 37,25 Prozent der Stimmen.

Kontinuität in Großhöflein, Zurndorf, Ritzing und Lutzmannsburg

Mit 54,63 Prozent der Stimmen ist Heinz Heidenreich von der SPÖ weiterhin Bürgermeister. ÖVP-Kandidatin Maria Zoffmann kam nur auf 45,37 Prozent der Stimmen.

In Zurndorf bleibt SPÖ-Bürgermeister Werner Friedl weiter im Amt. Er erhielt genau 54 Prozent der Stimmen. Werner Falb-Meixner von der ÖVP musste sich mit 46 Prozent geschlagen geben.

In Ritzing behält die ÖVP das Bürgermeisteramt. Ihr Kandidat Ernst Horvath erhielt 53,90 Prozent der Stimmen und konnte sich damit gegen Robert Georg Trimmel (SPÖ) durchsetzen.

Christian Rohrer von der Aktiven Dorfliste Lutzmannsburg verteidigte seinen Bürgermeistersessel mit 62,89 Prozent. SPÖ-Kandidat Roman Helmut Kainrath erhielt 37,11 Prozent der Stimmen.

Wechsel in Loipersdorf/Kitzladen

In Loipersdorf/Kitzladen gibt es mit Thomas Böhm von der ÖVP einen neuen Bürgermeister. Er erhielt 53,54 Prozent der Stimmen. Der bisherige Ortschef Jürgen Zimara (SPÖ) bekam 46,46 Prozent der Stimmen. Er war erst seit Jahresbeginn im Amt.

Von schwarz auf rot in Bad Tatzmannsdorf

In der Thermengemeinde Bad Tatzmannsdorf gibt es künftig mit Gert Polster (SPÖ) einen neuen Bürgermeister. Die Bürger stimmten mit 54,41 Prozent für ihn und nur mit 45,59 Prozent für ÖVP-Kandidatin Barbara Baldasti.

Von rot auf schwarz in Hannersdorf

Genau umgekehrt der Wechsel in Hannersdorf. Hier hat sich Gerhard Klepits von der ÖVP mit 65,01 Prozent klar gegen Roland Gabriel von der SPÖ durchgesetzt.

Dieter Wirth unterliegt in Königsdorf

Mit 46,92 Prozent unterliegt der bisherige ÖVP-Bürgermeister Dieter Wirth in Königsdorf seinem SPÖ-Herausforderer Mario Trinkl, der auf 53,08 Prozent der Stimmen kam. Im ersten Wahlgang lag Wirth noch vorne.

Martin Frühwirth bleibt in Kleinmürbisch

In Kleinmürbisch konnte sich Herausforderer Wolfgang Wolf von der ÖVP nicht durchsetzen. Amtsinhaber Martin Frühwirth von der SPÖ verteidigte seine Position mit 51,26 Prozent der Stimmen.

ÖVP holt bei Bürgermeistern im Burgenland auf

Mit dieser letzten Wahl bleibt die SPÖ mit einem Bürgermeister Vorsprung die Partei mit den meisten Bürgermeistern. 83 ihrer Kandidaten konnten sich durchsetzen. Das sind um vier weniger als noch bei der letzten Wahl. Die ÖVP holte sich alle vier und steht nun bei 82 Bürgermeistern. Die Zahl der Bürgerlisten-Ortschefs bleibt konstant bei sechs.

Mit Elisabeth Böhm gibt es nun wieder gleich viele Bürgermeisterinnen im östlichsten Bundesland als vor der Wahl. Die ÖVP stellt nun vier, die SPÖ acht Frauen an der kommunalen Spitze. Der Anteil liegt damit weiterhin bei sieben Prozent.




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