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Standesamt: Zwei große Kooperationen gestartet

18.01.2018 – Der Bezirk Schärding und der Bezirk Eisenstadt-Umgebung starteten mit 1. Jänner 2018 zwei große Standesamtsverbände. So werden teilnehmende Kommunen entlastet und mehr Rechtssicherheit ermöglicht.

Die zentrale und rasche Bearbeitung sowie die einheitliche Qualität der Abwicklung von Anliegen am Standesamt, sind für Gemeinden durch Verbände umsetzbar. Genau das dachten sich auch 16 Kommunen im oberösterreichischen Bezirk Schärding, die mit 1. Jänner 2018 ein neues Kooperationsprojekt starteten und sich zu einem Standesamts- und Staatsbürgerschaftsverband zusammenschlossen. Auch im burgenländischen Bezirk Eisenstadt-Umgebung gibt es seit Jahresbeginn den Zusammenschluss von 23 Gemeinden zu einem Standesamts- und Staatsbürgerschaftsverband. 70 Standesbeamte sind hier für die rund 55.000 Bewohner zuständig. Laut den Zahlen der Statistik Austria aus dem Jahr 2016, gibt es bereits 190 Staatsbürgerschafts- und Standesamtsverbände in Österreich. Der Grund dafür liegt in der enormen Bündelung von Expertenwissen.

Komplexe Fälle vereinfachen

Im Bezirk Schärding waren vor allem die immer mehr werdenden Auslandsberührungen ein Grund, um die Kompetenzen zusammenzufassen. Jetzt soll nicht nur ein Vorteil bei der gemeinsamen Aufgabenerfüllung erzielt werden, sondern ebenso eine engere Kooperation im Personenstandswesen. „Die Fälle im Gemeindeamt wurden aufgrund vieler verschiedener Staatsbürgerschaften und den dafür notwendigen Papieren immer komplexer“, erzählt die Amtsleiterin Schärdings, Rosemarie Kaufmann.

Die nun teilnehmenden Gemeinden sind Brunnenthal, Diersbach, Eggerding, Engelhartszell, Esternberg, Kopfing im Innkreis, Mayrhof, Rainbach im Innkreis, Schärding, Sigharting, St. Aegidi, St. Marienkirchen bei Schärding, Suben, Taufkirchen an der Pram, Vichtenstein und Wernstein am Inn. Innerhalb dieser 16 Gemeinden sollen die bisherigen Abstimmungen mit absoluter Disziplin verlaufen sein.

Schaffung von mehr Rechtssicherheit

Auch in Eisenstadt versucht man die Gemeinden durch eine zentrale Stelle zu entlasten. Mit der Ausnahme von Rust und Oggau sind alle Gemeinden des Bezirks Eisenstadt-Umgebung dem Verband beigetreten. Oggau wird aber möglicherweise ab dem kommenden Jahr dem Verband beitreten. „Es ist jetzt so, dass man für diese sogenannte ‚Ermittlung der Ehefähigkeit‘ einmal nach Eisenstadt kommen muss. Wir versuchen das dahingehend zu vereinfachen, dass wir die Dokumente zugeschickt bekommen können“, so Ingrid Schwarz, die burgenländische Landesleiterin des Fachverbands der österreichischen Standesbeamten, gegenüber dem ORF Burgenland.

Der erste Standesamtsverband im Burgenland wurde im Jahr 2014 im Bezirk Oberpullendorf gegründet. Mittlerweile umfasst dieser 24 Mitgliedsgemeinden und ist zuständig für die Bereiche Geburten, Trauungen, Sterbefälle, Strafregister sowie die Staatsbürgerschaftsevidenz. Die dafür verantwortliche Vera Wohlmuth-Tompek hebt die Vorteile des Verbandes klar hervor. „Ab dem ersten Tag war der Zusammenschluss eine Entlastung für die Gemeinden. Vor allem kann so mehr Rechtssicherheit geschaffen werden, da sich die Aufgaben auf eine Stelle konzentrieren.“

Weiterhin bestehende Services

Das Procedere im Rathaus Eisenstadts soll für die Bürger künftig um die 15 Minuten dauern. Für diese ändert sich nur wenig. Wer heiraten will, einen Staatsbürgerschaftsnachweis benötigt oder einen Sterbefall meldet, kommt nach wie vor in sein jeweiliges Gemeindeamt. Die Möglichkeit, gedruckte Dokumente und Urkunden weiterhin am Gemeindeamt abzuholen, bleibt in allen Verbandskommunen bestehen. Auch die Hochzeiten können wie bisher in der eigenen Gemeinde mit dem jeweiligen Standesbeamten stattfinden. Für die an den Standesamtsverband geleisteten Mitgliedsbeiträge kommen die teilnehmenden Kommunen selbst auf.


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