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Österreich wächst - Zuwanderung Hauptgrund

4.2.2016 - Österreich wächst, und zwar stark. Die Zuwanderung macht sich mit einem Plus von 1,3 Prozent oder 115.000 Personen deutlich bemerkbar. 38 Prozent des Zustroms entfielen auf die Bundeshauptstadt Wien. Aber auch Bezirke wie Eisenstadt oder Innsbruck sind sehr beliebt unter den Zuwanderern.

Österreichs Bevölkerung nähert sich immer mehr den neun Millionen an. Mit Jänner 2016 leben knapp 8,7 Millionen Menschen in Österreich. Das sind 1,3 Prozent, oder 115.000 Menschen, mehr als noch im Jahr davor. Laut diesen vorläufigen Ergebnissen wurden damit die von der Statistik Austria prognostizierten 8,6 Millionen Bürger bereits übertroffen. Von den 8,7 Millionen Einwohnern sind 1,27 Millionen ausländische Staatsangehörige, also 14,6 Prozent der Bevölkerung. Der Hauptgrund für den Bevölkerungsanstieg ist die Zuwanderung.

Der größte Teil des Wachstums fällt, wenig überraschend, auf Wien, mit 38 Prozent der 115.000 Neuzugänge. Damit wird der Bundeshauptstadt ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum von 2,4 Prozent beschert. Zu Jahresbeginn zählt sie nun 1,84 Millionen Einwohner. Auch Tirol und Vorarlberg legten überdurchschnittlich zu und wuchsen um 1,4 Prozent. Für Tirol bedeutet das in absoluten Zahlen 10.176 Personen, für Vorarlberg mit 5.481 halb so viele. Salzburg hält sich genau an den österreichischen Durchschnittswert von 1,3 Prozent, während die restlichen Bundesländer unterdurchschnittlichen Zuwachs verzeichneten: Oberösterreich und Niederösterreich schafften die ein-Prozent-Marke knapp mit 1,1 bzw. 1,0 Prozent. Burgenland konnte 0,9 Prozent mehr Einwohner begrüßen, die Steiermark 0,8 Prozent und an letzter Stelle liegt Kärnten mit 0,5 Prozent.

Im vergangenen Jahr gewannen neben Wien außerdem Tirol und Vorarlberg überdurchschnittlich viele Einwohner dazu. Die größte Zuwanderungsgruppe sind die Deutschen.

Burgenland: Das Land der Extreme

Abseits der absoluten Zahlen und der Ländergrenzen gibt es jedoch zwei politische Bezirke, die Wien im Wachstum noch übertrafen. Eisenstadt hält den diesjährigen Rekord mit 4,2 Prozent mehr Personen, Innsbruck knapp dahinter mit plus 3,1 Prozent.

Burgenland vereint im Land somit die zwei Extreme, denn die Stadt Rust hatte den größten Bevölkerungsverlust mit minus 0,9 Prozent.

Weitere beliebte Zuwanderungsziele sind die Landeshauptstadt Graz (2,2 Prozent) sowie der Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich (2,1 Prozent). Verlierer waren die Bezirke Bruck-Mürzzuschlag (-0,5 Prozent) und Murau (-0,4 Prozent).

Die unbekannten Größen

Einen Teil des Bevölkerungszuwachses in den Bundesländern und Gemeinden macht die Binnenwanderung innerhalb Österreichs aus. Traditionelle Gewinner der Binnenwanderung sind Wien, Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark, während die restlichen Bundesländer meistens ein Minus verzeichnen. Die genaue Aufschlüsselung für das Jahr 2015 sind jedoch vorraussichtlich erst ab Juni 2016 verfügbar. Diese werden genaueren Einblick in die Entwicklung der einzelnen Gemeinden liefern und auch Geburten- und Sterbezahlen aufzeigen.

Im Jänner 2016 lebten rund 1,27 Millionen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft im Land. Innerhalb der EU liegen Deutschland und Rumänien vorne. Aus der Türkei und Serbien kommen die meisten Drittstaatsbürger.

Wer kommt nach Österreich?

Genauere Informationen gibt es allerdings schon zum Zuzug aus dem Ausland. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2015 gibt es ein Plus von rund 121.000 Personen ausländischer Staatszugehörigkeit, die in Österreich leben. In der Statistik scheint man auf, sobald man einen angemeldeten Wohnsitz hat. Asylwerber, die derzeit noch auf den Bescheid ihres Asylantrags warten, sind hier beispielsweise nicht eingerechnet.

Knapp die Hälfte, nämlich 48,7 Prozent der nicht-österreichischen Staatsbürger stammen aus anderen EU-Ländern. In absoluten Zahlen sind das 610.000 Bürger, 8,1 Prozent mehr als im Jahr 2014. Die bei weitem größte Gruppe sind die Deutschen, von denen 176.517 in Österreich leben. In den letzten Jahren holen aber auch Rumänien und Ungarn auf und sind nun die stärksten Zuzugsländer des EU-Raums.

Eurokrise spiegelt sich in Zuwanderung wider

Doch auch die Wirtschaftskrise in den südeuropäischen Ländern spiegelt sich in den Zuzügen wider. Zwischen 2008 und 2014 verdreifachte sich die Zahl der Griechen, die jährlich nach Österreich kommen und liegt bei ca. 1.100 Personen. Das gleiche gilt für Spanien (1.570 Personen im Jahr 2014) und Italien (4.101 Personen 2014).

Von den übrigen 51,3 Prozent der nicht-österreichischen Staatsbürger nahmen die Zuzüge aus den nahöstlichen Kriegsgebieten Syrien (+21.800 Personen), Afghanistan (+18.300 Personen) und Irak (+10.000 Personen) im Jahr 2015 am meisten zu.

Wachsende Zuwanderung, weniger Einbürgerung

Österreich ist ein Zuwanderungsland. Die Rate jener Personen, die eingebürgert werden, sank jedoch in den letzten Jahren. Bekamen 2004 noch 5,5 Personen pro 100 ausländischer Einwohner die Staatsbürgerschaft zuerkannt, sind es seit 2010 jährlich nur noch 0,7. Das sind rund 7.500 zuerkannte Staatsbürgerschaften pro Jahr. Damit liegt Österreich unter dem EU-Schnitt von 2,9 Einbürgerungen und an fünfter Stelle von hinten. Den letzten Platz belegt die Slowakei mit der Vergabe von 0,3 Staatsbürgerschaften auf 100 nicht-slowakische Einwohner. Bei steigender Lebenserwartung und sinkenden Geburtenraten ist Zuwanderung für Österreich, wie für viele Industrienationen, die Hauptquelle des Bevölkerungswachstums.

Details auf Gemeinden heruntergebrochen ab Juni!
Da es sich bei diesen Zahlen um eine vorläufige Erhebung der Statistik Austria handelt, präsentieren wir Ihnen die aktuelle Aufschlüsselung für jede einzelne Gemeinde im Juni 2016.


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