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Personalia: Zottl: Überraschend Ortschef in Kottes

13.6.2017 – Statt sein Amt als Vizebürgermeister diesen Herbst zurückzulegen, wurde Josef Zottl am 11. Mai 2017 überraschenderweise einstimmig zum neuen Bürgermeister der Waldviertler Gemeinde Kottes-Purk gewählt. Er folgt Ing. Wolfgang Vogl, der aufgrund gesundheitlicher Gründe sein Amt niederlegte, nach.

Und dann kommt alles ganz anders

„Damit habe ich nicht gerechnet. Ich wollte den Vizebürgermeister nach zwölf Jahren eigentlich weitergeben, um mich mehr meiner Landwirtschaft zu widmen. Nun ist es eher umgekehrt“, reagiert der Besitzer einer 40 Hektar großen Landwirtschaft auf diese unerwartete Entwicklung. Nachdem der Neo-Bürgermeister der 1.477-Einwohner-Gemeinde mit 31 Ortschaften bereits mit 18 Jahren die elterliche Landwirtschaft übernahm, folgte 1992 sein Einstieg in den Gemeinderat, bei dem er 2000 geschäftsführender Gemeinderat wurde und nun eben das Bürgermeisteramt bekleidet.

Mehr Sterbefälle als Geburten

Vom Alt-Bürgermeister übernimmt Zottl das große Projekt der Kanalisierung, die die letzten 15 Jahre anstand. „Noch drei Ortschaften sind zu erledigen. Auf die Gemeinde kommt vor allem die dazugehörige Infrastruktur zu, also die Ortsdurchfahrt beispielsweise zu asphaltieren“, plant der Politiker die dahingehenden nächsten Schritte. Zusätzlich würden der Neubau des Feuerwehrhauses und der Austausch des dazu passenden Feuerwehrautos anstehen, doch das wird erstmal aufgrund des finanziellen Mammutprojekts der erwähnten Kanalisierung nach hinten gereiht.

Einem großen Thema, dem sich Zottl trotz der Einsparungen zugunsten der Kanalisierung stellen muss, ist die Abwanderung beziehungsweise, dass Kottes-Purk mehr Sterbefälle als Geburten verzeichnet. „Wir haben uns dafür dem Waldviertler Kernland angeschlossen, einer Gemeindevereinigung, die eine Studie über unsere lebenswerte Landschaft macht und im Folgenden unsere Vorteile bewerben wird, wie die örtlichen kleineren Kindergarten- und Schulgruppen“, schildert der 56-Jährige den Vorteil seiner weniger überlaufenen Bildungseinrichtungen.

Zottl selbst wird sich zur Steigerung der Zuwanderung für Baulandwidmungen stark machen. „Junge Menschen wollen eben dort ihre Häuser bauen, wo eigentlich kein Bauland ist. Ich werde darauf achten, dass das möglich wird“, versichert der neue Bürgermeister.

Rampenlicht für den Vize

Auch wenn Zottl die Landwirtschaft etwas zurückstellen muss, will er trotzdem nicht völlig auf sie verzichten. Folglich wird der neue Vizebürgermeister Leopold Fertl mit Aufgaben versehen. „Ich lasse dem Vize ein bisschen Freiheit“, scherzt der Ortschef mit dem Wissen, dass die letzte Entscheidung ohnehin auf ihn zurückfällt.




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