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Personalia: Elisabeth Böhm: „Zeit für Veränderung in Neusiedl“

14.11.2017 – Elisabeth Böhm hat im Burgenland gleich zwei herausragende Leistungen geschafft: Erstens hat sie als SPÖ-Kandidatin die seit 1921 dauernde Zeitreihe der ÖVP-Bürgermeister in Neusiedl am See durchbrochen und zweitens hat sie das auch noch als Frau gegen vier Männer und eine weitere Gegenkandidatin geschafft. Im Burgenland gibt es bei 171 Gemeinden nämlich nur zwölf Bürgermeisterinnen. „Es war einfach die Zeit für Veränderung gekommen“, resümiert die 48-Jährige ihren Erfolg. Sie siegte mit 53,81 Prozent der Stimmen vor ihrem Stichwahl-Konkurrenten Thomas Halbritter von der ÖVP. Böhm hat es damit an die Spitze der zweitgrößten Stadt des Burgenlands geschafft.

LH Hans Niessl, Bezirkshauptfrau Birgit Lentsch und NR Erwin Preiner gratulierten Elisabeth Böhm zur gewonnenen Stichwahl. ©Stadtgemeinde Neusiedl am See
LH Hans Niessl, Bezirkshauptfrau Birgit Lentsch und NR Erwin Preiner gratulierten Elisabeth Böhm zur gewonnenen Stichwahl. ©Stadtgemeinde Neusiedl am See

Vorbilder in der eigenen Familie

Obwohl sie seit 2002 als Gemeinderätin, seit 2007 als Stadträtin und seit 2012 als Vizebürgermeisterin aktiv war, strömt nun mit dem Bürgermeisteramt eine ganze Flut an neuen Verpflichtungen und Terminen auf die zweifache Mutter ein. „Ich muss mich in alles einarbeiten und überlege, mich in meiner Stellung als Angestellte beim Wasserleitungsverband karenzieren zu lassen“, so Böhm. In der Gemeindepolitik hat sie mit ihrer Mutter und ihrem Onkel bereits zwei gute Vorbilder – beide waren als Gemeinderäte aktiv. „Das Thema hat mich von Jugend an interessiert“, gibt die gelernte Bankangestellte zu.

„Habe das Amt nie parteipolitisch gesehen“

Den Ausschlag, als Bürgermeisterin zu kandidieren, gaben zwei Punkte: „Ich bin angetreten, um die Finanzen der Stadt zu sanieren, und die Stadt dadurch in eine positivere Zukunft zu führen. Dadurch, dass ich 2012 die Parteileitung übernahm, war es auch leichter, dass meine gute Arbeit für Neusiedl wahrgenommen wurde.“

Da die Stadt in den letzten Jahren starken Zuzug erfahren hat, muss die Infrastruktur aufholen. So möchte die Bürgermeisterin trotz Sparkurs eine Volksschule und einen vierten Kindergarten mit Kinderkrippe errichten, damit die Bürger wieder in gewohntem Ausmaß diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen können. Dass die gelernte Bürokauffrau das auch schafft, darüber besteht beim persönlichen Gespräch kein Zweifel mehr. „Ich bin immer ein sehr offener Mensch und habe das nie parteipolitisch gesehen. Ich habe immer geschaut, wo man Menschen helfen kann. Das wird letztendlich auch honoriert.“

ÖVP-Mehrheit im Gemeinderat soll Schwung nicht bremsen

Im Gemeinderat gibt es eine ÖVP-Mehrheit von zwei Mandaten. Davon lässt sich die SPÖ-Bürgermeisterin aber nicht irritieren: „Ich habe von allen Parteien die Zusage zur Zusammenarbeit. Und ich bin zuversichtlich, denn ich habe auch als Vizebürgermeisterin schon bewiesen, dass ich mir viele Gedanken mache, wie man bei schwierigen Themen zu Lösungen kommt.“ Das konnte sie in der Vergangenheit vor allem beim Hallenbad beweisen, für das sie als Bürgermeister-Stellvertreterin zuständig war.




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