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Jüngster Ortschef Fabio Halb: „Wenn dann jetzt oder nie“

30.10.2017 – Der 20-jährige Fabio Halb wurde am 1. Oktober 2017 zum Ortschef der 390-Einwohner-Gemeinde Mühlgraben im Bezirk Jennersdorf im Burgenland gewählt und ist somit der jüngste Bürgermeister Österreichs. Mit knapp 80 Prozent der Wählerstimmen machte er als Kandidat der SPÖ das Rennen um den Amtstitel. Obwohl er im Frühsommer 2017 noch gar nicht dem Gemeinderat angehörte, stellte man ihn der Ortspartei als Nachfolger des Altbürgermeisters Reinhard Knaus vor. Schnell wusste Halb: „Wenn dann jetzt oder nie.“

Positive Reaktionen in der Bevölkerung

Nach 15 Jahren im Amt trat Knaus nicht mehr zur Wahl an. Als diese Entscheidung fiel, war Halb als Mitglied der SPÖ und als Schriftführer der Ortspartei in der Politik aktiv. Da keiner der Gemeinderäte Anspruch auf das Bürgermeisteramt stellte, wurde er zum Spitzenkandidat der SPÖ Mühlgraben ausgewählt. Am Ende eines intensiven Wahlkampfes ist er nun froh, dass ihm solch großes Vertrauen von den Bürgern entgegengebracht wird. „Mit dem Sieg gab es Aufbruchsstimmung in der Bevölkerung“, erzählt der 20-Jährige.

Seiner neuen Aufgabe im Amt fühlt er sich durchaus gewachsen. „Ich habe Menschenkenntnis und möchte viel Zeit in die Anliegen der Bürger stecken.“ Obwohl Halb selbst nicht damit gerechnet hatte, so schnell Bürgermeister zu werden, sieht er durchaus Vorteile darin ein Quereinsteiger zu sein. „Ich habe andere Vorstellungen, aber kenne die Strukturen.“

Neben seiner Aufgabe im Gemeindeamt arbeitet er bei der Bank Burgenland. „Das eine ist mein Job, in dem es um viel Vertrauen geht und das andere das Amt“, so der Ortschef. Dieser strikte Tagesablauf lässt auch Hobbies wie Fußball und Tennis nicht zu kurz kommen.

Mit viel Ehrgeiz zum Ziel

Die Disziplin hat er schon von klein auf gelernt. Nach der Hauptschule in Graz, besuchte er zwei Jahre die Akademie des Athletiksport Klubs Graz (GAK). Hier nahm er lebenslange Erfahrungen mit, denn er lernte vor allem sehr diszipliniert seinen Tagesablauf zu strukturieren und mit anderen Menschen zu arbeiten. Das Pendeln zwischen Graz und seinem Heimatort im Burgenland wurde ihm bald zuviel und er entschied sich in der Landesliga Jennersdorf  zu spielen. Nach einigen weiteren Wechseln trägt Halb mittlerweile das Trikot für seinen Ortsverein in Mühlgraben, der in der zweiten Liga spielt. „Für so eine kleine Gemeinde ist das schon etwas Besonderes“, so der leidenschaftliche Stürmer.

Neben seinem Einsatz für den Fußball, begann er mit einer Lehre als Bankkaufmann bei der BAWAG P.S.K. in Graz. Mit seinem Umzug wechselte er auch die Bank und ist nun für die Bank Burgenland in Jennersdorf tätig. Mit seinen fünf Jahren Berufserfahrung möchte er seine Arbeitszeit keinesfalls reduzieren. „Ich werde meine Sprechstunden als Bürgermeister einhalten und vieles im Gemeindeamt am Abend erledigen“, nimmt sich der Jungspund vor. Für seine Freundin, mit der er sieben Monate zusammen ist, möchte er dabei auch noch Zeit einplanen.

Junge Leute für das Leben am Land begeistern

Halb möchte in seinem Amt nun wieder die 400-Einwohner-Marke in der Gemeinde erreichen. „Mein Ziel ist es, die Mühlgrabner dazu zu bewegen, nicht abzuwandern und sich wieder mehr ins gesellschaftliche Leben einzubringen“, so der Bürgermeister gegenüber der Burgenländischen Volkszeitung (BVZ).

Im Zuge seines Wahlkampfes war es ihm sehr wichtig, die Anliegen der Bürger zu begreifen. „Ich bin wirklich von Haus zu Haus gelaufen und habe innerhalb von drei Wochen sehr viele Gespräche geführt und Themen aufgenommen.“ So entstand dann der „Zehn-Punkte-Plan“, der von A wie attraktives Dorf bis Z wie Zusammenhalt reicht.

Unter anderem sollen alle Generationen in der Gemeinde integriert und der Kinder-, Jugend- und Familienaspekt im Vordergrund stehen. So wird das Vereinswesen und in Folge die Gemeinschaft gestärkt. Außerdem sieht Halb einen starken Vorteil darin, dass er in einer kleinen Gemeinde schneller auf die Bedürfnisse der Leute eingehen kann und er möchte sich auch weiterhin deren Vertrauen erarbeiten. „In den letzten Monaten des Jahres 2017 steht noch das Pflichtprogramm mit Beschluss der Ausgaben für den Winterdienst an, aber 2018 lege ich dann richtig los“, gibt sich der junge Ortschef hemsärmelig.




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