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FPÖ schließt Gurker Bürgermeister aus der Partei aus

Die FPÖ hat den Bürgermeister von Gurk aus der Partei ausgeschlossen. Erneut hatte Siegfried Kampl mit einem NS-Sager für Aufregung gesorgt. Nicht zum ersten Mal. Wegen „Gefahr im Verzug“ hat FP-Chef Strache nun mit dem Parteiausschluss reagiert.

In einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ konnte sich der Gurker FPK-Bürgermeister Siegfried Kampl erneut nicht von der NS-Zeit distanzieren. FPÖ-Chef Heinz Christian Strache schloss den 78jährigen Ortschef daraufhin aus der Partei aus. „Jemand, der mit dem Nationalsozialismus liebäugelt, hat in der FPÖ nichts verloren“, so Strache in der Presseaussendung.

Bereits 2005 stolperte er über eine Aussage zum Nationalsozialismus. Seine Haltung zu Wehrmachtsdeserteuren, die er unter anderem als Kameradenmörder bezeichnet hatte, wurde scharf kritisiert und kostete ihm den Bundesratsvorsitz. Zur Bürgermeister-Wahl im kommenden Jahr will Kampl dennoch antreten.

FPÖ zieht die Notbremse

Nun macht er wieder mit derartigen Aussagen von sich reden. In dem Interview mit der Kleinen Zeitung betonte der Bürgermeister, der aus Treue zu Jörg Haider zum BZÖ wechselte, nochmals seinen Standpunkt zur Politik des 3. Reiches: „Nur von dem, was sie gemacht haben, distanziere ich mich, nicht vom Nationalsozialismus.“

Hier der umstrittene Teil des Interviews im Wortlaut:

Kleine Zeitung: Würden Sie Ihre Rede im Parlament, in der Sie Deserteure als Kameradenkmörder bezeichnet haben, wieder so halten?
Kampl: Ich habe nie die Absicht gehabt, jemanden zu beleidigen. Ich habe das damals so gesagt, wie ich es erlebt habe. In welchem Staat gibt es das, dass man Deserteuren 50 Jahre Pension nachzahlt und dann noch eine Auszeichnung verleiht? Ich wollte nur, dass das überprüft wird. Weil solche dabei waren, die eben nicht ausgezeichnet gehören.

Kleine Zeitung: Das Amt des Bundesratspräsidenten blieb Ihnen dadurch versperrt…
Kampl: Ich wäre es gerne geworden. Ich hätte mich auch nur entschuldigen müssen. Aber warum soll ich mich entschuldigen? Ich habe das erzählt, was ich erlebt habe.
 

Kleine Zeitung: Vielleicht nützen Sie jetzt die Chance, um sich vom Nationalsozialismus zu distanzieren?
Kampl: Sie brauchen nicht schreiben, ich distanziere mich. Das war eine Situation. Da waren 99 Prozent dafür. Nur von dem, was sie gemacht haben, distanziere ich mich, nicht vom Nationalsozialismus. Das darf man nicht sagen, dass der zum Teil schlecht war. Da ist die Kinderbeihilfe eingeführt worden. Die alten Leute sind damals im Stall verstorben. Das war ein Elend. Es gab keine Altersvorsorge, keinen Kirchenbeitrag. Aber die Auswüchse – das hat ja keiner gewusst, das hat die Masse der Menschen ja nicht gewusst. Sonst hätte der Krieg nicht so lange gedauert.

Hier können Sie den Artikel der Kleinen Zeitung online nachlesen.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Siegfried Kampl mit dem damaligen Landeshauptmann Gerhard Dörfler.